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King Tubby

musicmakermark
vor 2 Stunden
2 Min. Lesezeit

Jamaikanischer Produzent und Tontechniker, geboren am 28. Januar 1941 als Osbourne Ruddock in Kingston. Er wuchs in der Gegend der High Holborn Street in Central Kingston auf und zog 1955 ins Waterhouse-Viertel. Dort reparierte er Radios und experimentiere mit Verstärkern.


 

Ab 1964 zog er mit seinem eigenen Soundsystem, Tubby's Home Town Hi-Fi, durch die Lande. Schon damals reicherte er die Reggae-Sounds seines Sound-Systmes mit Echo- und anderen Effektgeräten an. Während jener Zeit arbeitete er auch für den Produzenten Duke Reid in seinem kleinen Studio an der Bromilly Avenue im Waterhouse-Discrit.

 

Bei dieser Gelegenheit kam er, so eine der Legenden, auf die Idee, die Reggae- und Rocksteady-Nummern mit viel Hall zu versehen, die Vocal-Tracks fast gänzlich wegzulassen sowie einzelne Instrumentalspuren ein- und auszublenden. Mit dieser basslastigen Technik wurde er mit Lee "Scratch" Perry zu einem der Miterfinder des Dub.

 

Um die Erfindung des Dub ranken sich aber auch andere Legenden. Der damals bei Duke Reid und dessen "Treasure Isle"-Label als Dubplate-Schneider beschäftigte King tubby/Ruddock soll fälschlicherweise Teile der Vokalspur eines Tunes weg gelassen haben.

 

Eine andere Legende besagt, dass er er bei der im Zweispurverfahren aufgenommenen Musikspur mit Absicht für ein paar Takte weggelassen habe, um zu kontrollieren, ob der Sänger auch tatsächlich den Ton getroffen hatte. King Tubby/Ruddock jedenfalls gefiel dieser Effekt.

 

Er war derart begeistert davon, dass er begann, eine eigene Musikrichtung daraus zu entwickeln. Es entstanden spezielle Dub-Plates, die von den DJs selber mit eigenen Beiträgen ergänzt werden konnten. Im Verlaufe der Zeit wurden immer mehr Reggae-Singles auf der B-Seite mit einer Dub-Version versehen.

 

Mit dem Kauf einer Vierspur-Studioeinrichtung konnte King Tubby seine Dub-Technik verfeinern. Er verteilte die Musik auf drei Spuren und mischte diese mit Ein- und Ausblendungen sowie Toneffekten auf der vierten neu zusammen.

 

Er begann zu dieser Zeit auch verstärkt, mit anderen Produzenten zusammenzuarbeiten, wie etwa mit Bunny Lee oder Lee „Scratch“ Perry. Die Arbeit mit Edwart Beckford alias als U-Roy, der die Instrumental-Dubs von Tubby mit vokalen Einwürfen beantwortete, brachte einen anderen neuen Stil der Reggae Musik hervor, das Toasting, eine Art Vorstufe des Rap und des Deejayings.

 

Anfang der 1970er Jahre mischte King Tubby Vokaltracks von Leuten wie Cornell Campell, Johnny Clarke, Linval Thompson, Jackie Edwards, Derrick Morgan, Owen Grey, John Holt, Horace Andy, Leroy Smart und Delroy Wilson mit Rhythmusspuren der Aggrovators, der Studioband von Bunny Lee, zusammen.

 

Tubby lehrte auch andere Toningenieure das Dub-Handwerk. Einer davon war "Prince" Philip Smart. Er ging anschliessend in die USA, wo er in Long Island ein Studio eröffnete. Sein Nachfolger wurde der aus Kanada zurückgekehrte Llyod James, der als Prince Jammy oder King Jammy bekannt wurde.

 

Jammy lancierte sein eigenes "Imprint"-Label und wurde Mitte der 1980er Jahre der führende Produzent Jamaicas. King Tubby's nächster Schüler war Overton "Scientist" Brown. King Tubby alias Osbourne Ruddock wurde am 6. Februar 1989 beim Verlassen seines Studios von einem Unbekannten erschossen. Der Täter wurde nie gefasst.

 

King Tubbys Arbeit ist auf fast 200 Singles und je fast 80 Alben und Compilations verewigt. Unter letzteren befanden sich das 4-CD-Set "Bunny Lee Presents The Late Great King Tubby – The Legacy" (Unity und Jet Star, 2006) sowie "King Tubbys Dub Box" (Jamaican, 2010) mit sieben 7"-Singles.

 

"King Tubby's Classics: The Lost Midnight Rock Dubs Chapter 1 bis 3 (Roots, 2011 bzw. 2012) hiess eine dreiteilige CD-Serie.            10/26

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