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Markus Stockhausen

musicmakermark
vor 1 Stunde
6 Min. Lesezeit

Deutscher Trompeter, Flügelhornspieler, Bandleader und Komponist, geboren am 2. Mai 1957 in Köln als Sohn des Avantgarde-Komponisten Karlheinz Stockhausen und als Bruder der Musikerinnen und Musiker Suja Stockhausen-Lefranc, Majella Stockhausen und Simon Stockhausen.


 

Er besuchte das Kölner Musikgymnasium und studierte 1974 bis 1982 an der Hochschule für Musik Köln klassische Trompete bei Robert Platt und Jazztrompete bei Manfred Schoof. Ab 1975 spielte er in Ensembles seines Vaters mit, der zunehmend auch Werke für ihn schrieb.

 

Unter anderem hatte er Solopartien in "Sirus", "Examen", "Michaels Reise um die Erde", "Drachenkampf", "Vision", "Samstag aus Licht", "Invasion" und "Pietà". Daneben spielte er in Jazzgruppen: Bei Key (1974–1979), in der Rainer Brüninghaus Group (1980–1984) und bei Kairos (1985–1991).

 

Er war in den 1980er Jahren zudem auch auf Aufnahmen von Dick & Alex, Ocean Orchestra, Dave Kamien Division, Eurhythmics, Kölner Jazz Haus Big Band, Mark Nauseef, BAP, David Sylvian & Holger Czukay, Ralph Towner und anderen zu hören.

 

Im Duo mit Jasper Van't Hof (org, e-p, p, synth, kalimba) nahm Stockhausen seine erste Aufnahme unter eigenem Namen, die LP "Aqua Sansa" (Fran, 1980) auf. Im Trio mit Rainer Brüninghaus (p, synth) und Fredy Studer (dm, perc) entstand "Continuum" (ECM, 1984).

 

Im Duo mit Zoro Babel (p, synth, dm, perc) nahm er "Beings" (Fonit Cetra, 1987) auf. Eine andere Duoaufnahme war "Cosi Lontano... Quasi Dentro" (ECM, 1989) mit Gary Peacock (b). 1989 gründete er mit seinem Halbbruder Simon Stockhausen (key, ss) und mit Jo Thönes (dm, e-dm) das Trio Aparis, von dem das Album "Despite The Fire-Fighters' Efforts ..." (ECM, 1993) erschien.

 

Unter dem Namen der Musiker war zuvor schon "Tagtraum" (UBM, 1992) erschienen. Auf "New Colours Of Piccolo Trumpet" (EMI Classics, 1993) spielte er, begleitet vom Detmolder Kammerorchester unter Christoph Poppen Werke für Piccolo-Trompete von Bernhard Krol, Johann Friedrich Fasch, Johann Sebastian Bach und Leopold Mozart.

 

Mit Margareta Hürholz (org) spielte Stockhausen auf der CD "New Colours Of Trumpet And Organ" (EMI Classics, 1993) Werke von André Jolivet, Heinz Martin Lonquich und von seinem Vater. "Sieben Psalmen - Meditation In Wort Und Klang" (EMI Classics, 1994) enthielt religiöse Werke.

 

Einspielt wurden sie von Markus (tp, flh, singing bowls) und Simon Stockhausen (synth, ss) mit Christoph Schumacher (cymbal, gongs, tabla), Nóirín Ní Riain (vcl) und Pater Friedhelm Mennekes SJ (voice). Auf einer anderen CD (Stockhausen-Verlag, 1994) spielte Markus Stockhausen das 36-teilige Stück "Aries" (1977) seines Vaters.

 

Dazu enthielt die Aufnahme das ebenfalls von Karlheinz Stockhausen stammende, 62-teiligte "Klavierstück XIII (1981)" in einer Fassung von Majella Stockhausen (p). Für beide Werke steuerte der Komponist die elektronische Klänge bei.

 

"Clown" (EMI, 1995) war eine weitere gemeinsame Aufnahme von Markus und Simon Stockhausen. Dabei bewegten sich die Brüder in Begleitung von rund einem Dutzend weiterer Musikerinnen und Musikern im Bereich des Contemporary Jazz.

 

Bei den Berliner Jazztagen 1995 trat Markus Stockhausen mit seinem Ensemble Possible Worlds auf, dem Nguyên Lê (g), Gergely Ittzés (fl), Rohan de Saram (cello), Fabrizio Ottaviucci (p), Simon Stockhausen (synth), François Moutin (b) und Ramesh Shotham (perc) angehörten.

 

"Possible Worlds" (CMP, 1995) hiess eine Studioaufnahme des fast einstündigen, gleichnamigen Werkes, eingespielt nur im Quintett ohne Lê, Ittzés und Moutin. Eine Trioeinspielung mit Miroslav Tadić (g) und Mark Nauseef (dm, perc) trug den Titel "Still Light (For Paracelcus)" (MA Recordings, 1996).

 

Die nächste gemeinsame Aufnahme von Markus und Simon Stockhausen hiess "Jubilee" (EMI, 1996), wurde mit Hilfe der WDR Big Band eingespielt und wurde zum zehnten Jubiläum der Kölner Philharmonie erstmals aufgeführt.

 

Unter dem Namen von Markus Stockhausen erschien mit "Sol Mestizo" (Act, 1996) eine weitere jazznahe Ensembleaufnahme, bei der sieben Musiker, darrunter Philip Catherine (g), und vier Sängerinnen bzw. Sänger beteiligt waren. Auf "Plays Karlheinz Stockhausen" (EMI Classics, 1998) ist er als Interpret von mehreren Werken seines Vaters zu hören.

 

Elf Teile von "Aries" und zehn Teile von "Freundschaft" bestritt Stockhausen lediglich begleitet von den elektronischen Grundklängen seines Vaters. "Halt" entstand zusätzlich mit Niek De Groot (b) und "Pietà" mit Annette Meriweather (soprano).  Ab 1996 bildete er ein Trio mit Arild Andersen (b) und Pascal Héral (perc).

 

Für Kartā" (ECM, 2000) wurde als Gastmusiker Terje Rypdal (g) beigezogen, für "Joyosa" (Enja, 2004) Ferenc Snétberger (g). "Solo I" (Aktivraum, 2000) enthielt unbegleitete Aufnahmen, auf denen er je nach Stück auf der Trompete, der Piccolo-Trompete, dem Flügelhorn oder auf dem Viertelton-Flügelhorn zu hören ist.

 

In einer Kirche in Köln entstand mit Fabrizio Ottaviucci (p), Noirin Ni Riain (vcl), Dhafer Youssef (vcl, oud), Enrique Diaz (b, fl, vcl) und Manos Tsangaris (perc) "In Deiner Nähe - Close To You" (Aktivraum, 2001). Mit Mark Nauseef (div perc) und Kudsi Erguner (nay) nahm er "Gazing Point" (Rent A Dog, 2003) auf.

 

Moving Sounds war ein Duo mit Tara Bouman (cl, basset horn, bcl, vcl), von dem "Thinking About" (Aktivraum, 2004) und später "Ritual" (Aktivraum, 2015) erschienen.

 

Trioaufnahmen mit Angelo Comisso (p, synth) und Christian Thomé (dm) trugen die Titel "Lichtblick - Prima, Altrove..." (Aktivraum, 2005) und "Es War Einmal - ... Istanti Infiniti ..." (Aktivraum, 2007). Eine andere Trioaufnahme, mit Paul Dunmall (ts, ss) und Philip Gibbs (g), hiess "Tapaleit" (Duns, 2005).

 

Die nächste gemeinsame Aufnahme mit seinem Bruder Simon war "nonDuality" (Aktivraum, 2005), bestehend meist aus Duoaufnahmen. Mit Gianni Lenoci (p) und Giorgio Dini (b) nahm er "Ergskkem" (Silta, 2006) auf. Mit den zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker, Jocelyn B. Smith (vcl) und dem Rundfunkchor Berlin entstand "Angel Dances" (EMI Classics,  2006).

 

Darauf fanden sich Werke von Astor Piazzolla, Arvo Pärt, Claude Debussy, Giuseppe Verdi, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Bach und anderen. Mit Ferenc Snétberger (g) nahm er "Streams" (Enja, 2007). Auf der CD "Other Presences" (Sargasso, 2008) fand sich das von Stockhausen (tp, elect) gespielte Titelstück von Jonathan Harvey.

 

Dazu kamen Remixes dieses Stückes von Kaffe Matthews, Lawrence Casserley, Gilbert Nouno, Evelyn Ficarra, Daniel Biro, Anna Harvey und John Palmer. "Symbiosis" (Aktivraum, 2008) zeigt Stockhausen als Komponisten der Werke "Symbiosis For Clarinet, Trumpet And String Orchestra" und "Ascent And Pause For Trumpet And String Orchestra".

 

Gespielt werden sie vom Komponisten selber, von Tara Bouman (cl) sowie von der Deutsche Kammerakademie Neuss am Rhein unter Lavard Skou Larsen. Gemeinsam mit Kudsi Erguner (nay), Mark Nauseef (dm, perc) und Bill Laswell (e-b) entstand "No Matter" (MetaStation, 2008).

 

"Abendglühen" (Aktivraum, 2008) enthält ein Werk, das Stockhausen am 31. Evangelischen Kirchentag im November 2007 in Köln mit rund 1500 Posaunistinnen und Posaunisten aufführte. Für dieses Konzert brauchte es sechs Dirigentinnen/Dirigenten und zwei Dirigenten-Koordinatoren, um das Ganze zusammenzuhalten.

 

Die Aufführung erlebten am Rheinufer mehr als 100'000 Personen mit. Sie wurde live im Westdeutschen Rundfunk übertragen. Eine in Brasilien eingespielte Aufnahme mit Sérgio Rojas (vcl, g, effects) nannte sich "Pontes Vivas - Live Bridges" (Rio Prefeitura Culturas, 2008).

 

Das bereits erwähnte Trio Stockhausen, Andersen und Héral bildete mit Vladyslav Sendecki (p) das Quartet Electric Treasures, von dem eine gleichnamige Doppel-CD (Aktivraum, 2008) mit Liveaufnahmen vom September 2007 erschien.

 

2008 gründete Stockhausen mit Tara Bouman (cl), Dinesh Mishra (bansuri), Rabih Lahoud (vcl), Florian Weber (p) und Dimitrios Dorian Kokiousis (dm) die Weltmusikgruppe Eternal Voyage, von der eine gleichnamige Aufnahme (Aktivraum, 2010) erschien. Mit einer erweiterten Besetzung spielte Eternal Voyage im September 2016 in der Johanneskirche in Düsseldorf "Eternal Voyage/Live" (Okeh, 2018) ein.

 

Die Doppel-CD "Symphonic Colours" (Aktivraum, 2009) zeigt Stockhausen erneut als Musiker und Komponisten in diversen Stücken für Orchester, Solisten und Jazzensemble. CD 1 bestreitet er mit Arild Anderson (b) und Patrice Hèral (perc), teilweise begleitet von einem Orchester.

 

CD 2 enthält die Stockhausen-Werke "Portrait For Tara - Basset Horn And Chamber Orchestra" und "Tanzendes Licht - Solo Trumpet, Big Band And String Orchestra". Bei den Aufnahmen kamen als Orchester die Camerata Bern, die Deutsche Radio Philharmonie und das Swiss Jazz Orchestra zum Einsatz.

 

"Markus Stockhausen And The Metropole Orkest" (Intuition, 2013) zeigt Stockhausen als Solisten und Komponisten mit einem holländischen Ensemble in Werken zwischen zeitgenössischer Musik und Contemporary Jazz.

 

Mit Tara Bouman (cl, bcl), Fabrizio Ottaviucci (p), Stefano Scodanibbio (b) und Mark Nauseef (dm, perc) nahm er "Spaces & Spheres" (Wergo, 2013) auf. "Alba" (ECM, 2016) war eine Duoeinspielung mit Florian Weber (p).

 

"Quadrivium" (Aktivraum, 2016) hiess eine Aufnahme bzw. eine Gruppe mit Angelo Comisso (p), Jörg Brinkmann (cello, elect) und Christian Thomé (dm, elect). Die zweite Aufnahme dieses Quartetts war "Far Into The Stars" (Okeh, 2017) und erschien unter Stockhausens Namen. "Explorations" (Da Vinci, 2017) entstand 2014 bei einem Seminar, das Stockhausen in Italien für junge europäische Musikerinnen und Musiker gegeben hatte.

 

Über drei CDs erstreckte sich "Wild Life" (Okeh, 2020). Begleitet wurde er von Simon Stockhausen (elect, synth, sampl, ss), Florian Weber (p, synth, voice), Mikelangelo Flammia (e-b), Jörg Brinkmann (cello, elect), Christian Thomé (dm, elect) und Bodek Janke (dm, tabla).

 

Von der Markus Stockhausen Group erschien "Tales" (O-tone, 2021), eine ebenfalls drei CDs umfassende Veröffentlichung. Seine Mitmusiker waren Jeroen Van Vliet (p, key), Jörg Brinkmann (cello) und Christian Thomé (dm). Auf der Doppel-CD "Between Earth And Sky" (Dark Companion, 2026) bewegt er sich mit italienischen Musikern im Umfeld von Ambient, Abstract und Avantgarde Jazz.

                  

Zudem ist Stockhausen auf Aufnahmen von oder mit Michael Gibbs, David Torn, David Sylvain, Holger Czukay, Michel Portal, Lalo Schifrin, Michael Riessler, Dhafer Youssef, Antoine Hervé, Enrique Diaz, Ferenc Snétberger, Gianluigi Trovesi, Tiger Dixie Band, Tara Bouman, Péter Eötvös, Joëlle Léandre, Vince Mendoza, Joachim Kühn, Ettore Fioravanti,  Luca Formentini, Massimo Barbiero, Lino Capra Vaccina, Vangelis Katsoulis, Alireza Mortazavi und anderen zu hören.       09/26

 

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