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Robert Wyatt

  • musicmakermark
  • 25. Sept.
  • 5 Min. Lesezeit

Englischer Schlagzeuger, Keyboarder, Sänger, Songwriter und Bandleader, geboren am 28. Januar 1945 in Dover. 1966 gründete Wyatt zusammen mit Mike Ratledge (key), Kevin Ayers (e-b) und David Allen (g) aus dem Kreis der Formation Wilde Flowers die Proto-Fusiongruppe Soft Machine.


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Mit wechselnden Musikern nahmen Ratledge und Wyatt die Alben "The Soft Machine" (Probe, 1969), "Volume Two" (Probe, 1969), "Third" (CBS, 1970) und "Fourth" (CBS, 1971) auf. Dazu ist Wyatt auch auf vielen aus dieser Zeit stammenden, aber erst nachträglich veröffentlichten Aufnahmen zu hören.

 

Auch von der Vorgängergruppe erschien erst später mit "The Wilde Flowers" (Voiceprint, 1993) ein Album.  Auch Wyatts erste Aufnahmen unter eigenem Namen wurden erst 45 Jahre später veröffentlicht. Sie hiessen "'68" (Cuneiform, 2013) und zeigten Wyatt (vcl, p, e-p, org, e-b, dm, perc) teilweise in Begleitung von Jimi Hendrix oder Hugh Hopper (e-b) und Mike Ratledge (org).

 

Die beiden langen Stücke "Rivmic Melodies" und "Moon In June" bildeten wenig später die Basis für Soft Machine-Tracks auf den Alben "Volume Two" und "Third". Im Herbst 1971 kehrte Wyatt Soft Machine wegen Meinungsverschiedenheiten über die Musik den Rücken, um mit Matching Mole eine weitere Band zu gründen.

 

Wyatt sah sich mehr als Sänger und Songwriter, denn als Schlagzeuger, so dass er schon zu Soft Machine-Zeiten sein erstes eigenes Album "The End Of An Ear" (CBS, 1970) eingespielt hatte. Ihm zur Seite waren Elton Dean (saxello, as), David Sinclair (org), Marc Charig (co), Neville Whitehead (e-b), Mark Ellidge (p) und Cyril Ayers (perc) gestanden.

 

Bei einem Sturz an einer Geburtstagsparty am 1. Juni 1973 verletzte sich Wyatt derart unglücklich, dass er fortan an den Rollstuhl gefesselt blieb. Im Frühling 1974 nahm er mit "Rock Bottom" (Virgin, 1974) sein zweites Album unter eigenem Namen auf, produziert von Nick Mason von Pink Floyd.

 

Bei den Aufnahme wurde Wyatt von Musikern wie Fred Frith (viola), Richard Sinclair und Hugh Hopper (beide e-b), Laurie Allen (dm), Mike Oldfield (g), Mongezi Feza (tp), Alfreda Benge (vcl) und Gary Windo (ts) begleitet. Das Erscheinen dieser LP wurde im Spätsommer 1974 mit einem Konzert in London begangen, bei dem die meisten der prominenten Musikern auch auftraten.

 

Der dabei gemachte Konzertmitschnitt erschien später unter dem Titel "Theatre Royal Drury Lane 8th September 1974" (Hannibal, 2005) auf einer CD, nachdem die Aufnahmen jahrelang als Bootleg kursierten. Begleitet wurde er dabei von Julie Tippetts (key, vcl), Ivor Cutler und John Peel (vcl), Fred Frith (g, vio, viola), Gary Windo (fl), Mongezi Feza (tp), Mike Oldfield (g), Hugh Hopper (e-b), Laurie Allen und Nick Mason (dm) sowie Dave Stewart (key).

 

Zuvor, am 1. Juni 1974, also genau ein Jahr nach seinem fatalen Sturz, trat Wyatt zusammen mit Brian Eno, Nico, John Cale und Mike Oldfield an einem Konzert seines Ex-Soft Machine-Kollegen Kevin Ayers auf. Dieser Auftritt erschien später als "June 1st, 1974" (Virgin, 1974).

 

Das nächste Studioalbum "Ruth Is Stranger Than Richard" (Virgin, 1975) mit Kompositionen unter anderem von Charlie Haden und Mongezi Feza war wieder mehr jazzorientiert. Feza war zusammen mit Brian Eno (g, synth), Fred Frith (p), Gary Windo (bcl, as, ts), George Khan (ss, ts, bars), Bill MacCormick oder John Greaves (e-b), Laurie Allan (dm) auch bei den Aufnahmen mit dabei.

 

Nach einer nur drei Gigs umfassenden Europa-Tournee zusammen mit Henry Cow verschwand Wyatt fünf Jahre von der Konzertbühne. Lediglich auf den Alben "Hapless Child" (Watt, 1976) und "Silence" (Watt, 1976) von Michael Mantler war er zu hören.

 

Aufnahmen, die Wyatt 1981 für eine Radiosession in Italien gemacht hatte, erschienen erst viel später unter dem Titel "Radio Experiment Rome, February 1981" (Rai Trade, 2009). Anfang der 1980er Jahre wurde Wyatt von Geoff Travis vom Label "Rough Trade" zu einem Comeback überredet.


In dieser Phase entstanden fast nur Solo-Aufnahmen. Zwischen 1980 und 1982 nahm er fünf Coverversionen auf, die als Singles auf den Markt kamen. Mit neuen Songs erschienen die Single-Tracks unter dem Titel "Nothing Can Stop Us" (Rough Trade, 1982). Im selben Jahr kam mit "The Animals Film" (Rough Trade, 1982) auch der Soundtrack zu einem Film gegen die Vivisektion von Tieren heraus.

 

Danach folgte die zum Teil mit seiner Lebenspartnerin Alfreda Benge (vcl) aufgenommene LP "Old Rottenhat" (Rough Trade, 1985). Zur selben Zeit machte er auf der zweiten LP "Letters Home" (ReR, 1987) der Henry Cow-/Art Bears-Nachfolgeband News From Babel von Chris Cutler, Dagmar Krause und Lindsay Cooper mit.

 

1986 zog sich Wyatt erneut für fünf Jahre von der Szene zurück. Mit "Dondestan" (Rough Trade, 1991) meldete er sich zurück. Wyatt mischte dieses Album 1998 neu ab und veröffentlichte es als "Dondestan (Revisited)" (Hannibal/Thirsty Ear, 1998).

 

Nach einer weiteren EP wurde es 1992 wieder stiller um den Musiker. Er trat zwar auf Alben von Ultramarine und John Greaves in Erscheinung und begann erst 1996 wieder an einem Album zu arbeiten. Dazwischen erschienen mit "Flotsam Jetsam" (Rough Trade, 1994) und der Doppel-CD "Going Back A Bit" (Virgin, 1994) zwei Compilations.

 

Das Comeback-Album hiess "Shleep" (Hannibal, 1997). Dabei wurde Wyatt erstmals seit "Nothing Can Stop Us" wieder von Musikern wie Jamie Johnson (g), Brian Eno (vcl, synth), Evan Parker (ss), Paul Weller, Phil Manzanera oder Philip Catherine (g),  Annie Whitehead (tb) und anderen begleitet.

 

Das Label "Hannibal" brachte 1998/99 mehrere frühere Wyatt-Alben neu heraus, darunter auch die 5 CD-Single-Box "EPs By Robert Wyatt" (1999) mit Aufnahmen und bisher unveröffentlichten Remixes vom Album "Shleep" oder Live-Versionen aus den Jahren 1974 bis 1997.

 

2003 erschienen gleich zwei neue Wyatt-Veröffentlichungen. Auf der einen Seite "Cuckooland" (Hannibal) mit neuen Songs, eingespielt mit Hilfe von Karen Mantler (hca), Gilad Atzmon (cl, fl), Annie Whitehead (tb), Paul Weller (g), Brian Eno (key), David Gilmore (g), Alfreda Benge (vcl) und anderen.

 

Auf der anderen Seite erschien 2003 "Solar Flares Burn For You" (Cuneiform) mit Aufnahmen von zwei BBC-Sessions aus den Jahren 1972 und 1974, einem 1973 entstandenen Soundtrack für einen kurzen experimentellen Film, einem Duo mit Francis Monkman (key) von Curved Air, zwei neueren Tracks mit Hugh Hopper (e-b) und einer Version eines Songs, der auf "Cuckooland" nicht Platz fand.

 

Mit Ausnahme der BBC-Sessions handelte es sich alles um bisher noch nie veröffentlichte Aufnahmen. Dazu erschien auch das Tributalbum "Soupsongs: The Music Of Robert Wyatt" (Voiceprint, 2003). Darauf interpretieren Phil Manzanera (g), Didier Malherbe, Harry Beckett (tp), Liam Genocky (dm) und andere unter der Führung von Julie Tippetts (vcl) und Annie Whitehead (tb, arr) Songs von Wyatt.

 

Das Tribut wurde live aufgeführt, dann aber im Studio für eine Doppel-CD aufgenommen. "His Greatest Misses" (Hannibal/Rhino, 2005) war eine japanische Compilation mit 17 Wyatt-Tracks aus drei Jahrzehnten. Später kam die Compilation auch noch für den Rest der Welt (Domino, 2010) auf den Markt.

 

Vier Jahre nach "Cuckooland" erschien mit "Comicopera" (Domino, 2007) ein weiteres Studio-Album von Wyatt. "Postcards From Italy" (Sonic Book, 2007) hiess ein Buch mit Interviews, Erinnerungen und einer Diskografie über Wyatt. Dem 96-seitigen Buch beigelegt war die CD-Single "Robert's Dream - 3 Variations On The Duchess" mit Musik von Walter Prati und Gesang von Robert Wyatt.

 

"Hot Chip With Robert Wyatt And Geese" (EMI, 2008) zeigt Wyatt mit der Formation Hot Chip in drei der vier Tracks einer CD-EP. Die Doppel-CD "Around Robert Wyatt" (Bee Jazz, 2009) dokumentiert Wyatts Zusammenarbeit mit dem französischen Orchestre National de Jazz, hier in Tentett-Besetzung unter der Leitung von Daniel Yvinec.

 

Ab 2008 wurden Wyatts frühere Alben von "Domino" wiederveröffentlicht. Die neun wiederveröffentlichten Studio-Alben sowie eine EP-Compilation erschien 2009 beim selben Label auch in Form des 10-CD-Box-Sets "Robert Wyatt Box Set".

 

Mit Gilad Atzmon (as, ss, cl, fl), Frank Harrison (key), Richard Pryce (b) und dem Sigamos String Quartet mit Ros Stephen (vio) nahm Wyatt "…For The Ghosts Within'" (Domino, 2010) auf.

 

"Different Every Time" (Domino, 2014) hiess eine Doppel-CD mit raren Aufnahmen und/oder Songs, die in Zusammenarbeit mit anderen Musikerinnen und Musikern entstanden waren. Die einzelnen Teile hiessen "Ex Machina" und "Benign Dictatorships".

 

Zeitgleich erschien unter dem selben Titel eine Biografie (Serpent's Tail, 2014) über Wyatt, geschrieben von Marcus O’Dair.  Wyatt war auch Mitglied der Gruppen Centipede, Daevid Allen Trio, Kevin Ayers And The Whole World, Millennium, Symbiosis, The Amazing Band, The Keith Tippett Group, WMWM und Choir.                                        09/25

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