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Sathima Bea Benjamin

  • musicmakermark
  • 17. Juni
  • 2 Min. Lesezeit

Südafrikanische Jazzsängerin, Texterin und Komponistin, geboren am 17. Oktober 1936 in Johannesburg als Beatrice Bertha Benjamin. Sie sang zunächst in der Kirche, bei lokalen Gesangswettbewerben und bei Tanzveranstaltungen sowie in Nachtclubs.


 

1957 ging sie mit der Coloured Jazz and Variety-Show auf Südafrika-Tournee. Vom Saxophonisten Kippie Moeketsi wurde sie 1959 auf der Jazzszene von Kapstadt eingeführt, wo sie ihren späteren Ehemann, den Pianisten Dollar Brand/Abdullah Ibrahim kennenlernte.

 

Erste Aufnahmen aus dem gleichen Jahr mit seinem Trio wurden nicht veröffentlicht. Aufgrund der sich zuspitzenden politischen Situation zog sie mit Dollar Brand, dem Bassisten Johnny Gertze und dem Schlagzeuger Makaya Ntshoko ins Exil nach Europa.

 

In Zürich, wo das Dollar Brand Trio längere Zeit im Club "Africana" spielte, gelang es ihr, Duke Ellington auf sich und Dollar Brand aufmerksam zu machen. Auf Initiative von Duke konnte sie 1963 in Paris Schallplattenaufnahmen machen, bei denen Duke selber sowie Billy Strayhorn und das Dollar Brand mitwirkten.

 

Sie wurden jedoch damals nicht veröffentlicht. Angeblich gingen die Bänder verloren. Sie erschienen aber gleichwohl Jahrzehnte später unter dem Titel "A Morning In Paris" (Enja, 1997). Ellington lud Benjamin 1965 in die USA ein. Dort konnte sie mit dem Duke Ellington Orchestra beim Newport Jazz Festival aufzutreten.

 

Ein festes Engagement in seiner Band lehnte sie jedoch ab, weil dies eine Trennung von Brand, den sie im Februar 1965 geheiratet hatte, bedeutet hätte. Sie lebte die nächsten Jahre mit Brand in New York City. Da sie nicht von Schallplattenaufnahmen bekannt war, konnte sie nur gelegentlich auftreten.


Stattdessen kümmerte sie sich in erster Linie um die Karriere ihres zum Islam konvertierten Mannes, der sich nun Abdullah Ibrahim nannte. "African Songbird" (The Sun, 1976) hiess ihre erste veröffentlichte LP, eine gemeinsame Aufnahme mit ihrem Mann.

 

Als weitere Musiker wirkten bei den Aufnahmen Basil Coetzee (ts, fl), Billy Brooks (tp), Basil Moses, Lionel Beukes oder Louis Spears (b) sowie Doug Sydes oder Monty Weber (dm) mit. In Südafrika brachte sie 1976 ihre Tochter Tsidi zur Welt, die unter dem Namen Jean Grae als Rapperin aktiv ist.

 

1979, zurück in New York, gründete sie das Label "Ekapa", auf dem Tonträger von Abdulah Ibrahim, und beginnend mit "Sathima Sings Ellington" (1979), eigene Schallplatten erschienen. Ihr nächstes eigenes Album "Dedications" (Ekapa, 1982) wurde für einen Grammy nominiert.

 

Unter der Bezeichnung Abdullah Ibrahim, Dollar Brand Featuring Bea Benjamin kam mit zehnjähriger Verspätung "Boswil Concert 1973 (Colomba, 1983) heraus. Weitere eigene Alben auf ihrem "Ekapa"-Label hiessen "WindSong" (1985), "Memories And Dreams" (1986), "Love Light" (1988), "Musical Echoes" (2006) und  "Cape Town Love" (2008).

 

Unter den Namen von Sathima Bea Benjamin, Kenny Barron (p), Buster Williams (b) und Billy Higgins (dm) kam "Southern Touch" (Enja, 1992) auf den Markt. "Best Of Sathima Bea Benjamin" (The Sun, 2001) und "Song Spirit" (Ekapa, 2006) hiessen dazwischen Compilations.

 

Sie unterstützte die südafrikanische Befreiungsbewegung. 2004 verlieh ihr der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki den Silbernen Ikhamanga-Orden, um ihre Beiträge zum Jazz, aber auch ihren Kampf gegen die Apartheid zu würdigen. Sathima Bea Benjam starb am 20. August 2013 im Alter von 76 Jahren in Kapstadt.

 

Ihre Ehe mit Dollar Brand/Abdullah Ibrahim war 2011 in die Brüche gegangen. Ihr Ex-Mann Dollar Brand/Abdullah Ibrahim starb am 15. Juni 2026 91-jährig in Deutschland.                                                                            06/26

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