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Tim Hodgkinson

musicmakermark
vor 7 Stunden
4 Min. Lesezeit

Englischer Experimental Music-Gitarrist, Keyboarder, Saxophonist, Klarinettist, Drummer, Violaspieler, Buchautor, Produzent sowie Komponist, geboren am 1. Mai 1949 in Salisbury, Wiltshire. Noch als Student gründete er 1968 mit Fred Frith und anderen Musikern und Musikerinnen die Art Rock-Formation Henry Cow.


 

Von dieser Band erschienen während ihrer Existenz und danach eine ganze Reihe von Aufnahmen. Bis zum Ende der Band 1978 blieb er das einzige verbleibende Gründungsmitglied. In den 1970er Jahren machte er auch Aufnahmen der Canterbury- und Prog Rock-Bands Egg und Hatfield And The North mit.

 

Er war auch Mitglied der Henry Cow-Nachfolgeband Art Bears, wo er allerdings nicht jene Rolle spielte wie bei Henry Cow. Mit Bill Gilonis (g) nahm Tim Hodgkinson die aus nicht weniger als acht Songs besehende 7"-EP "I Do - I Do - I Don't - I Don't" (Woof, 1980) auf.

 

Noch im selben Jahr gründeten Gilonis und Hodgkinson die Formation The Work, von der mehrere Aufnahmen erschienen. Sie existierte bis 1982 und wurde 1989/90 wieder reformiert. Gilonis und Hodgkinson arbeiteten in den 1980er Jahren unter dem Gruppennamen The Lowest Note zusammen.

 

Von dieser Gruppe erschienen nur zwei 7"-Veröffentlichungen. Zehn zum Teil vorher noch unveröffentlichte Tracks von The Lowest Note, sechs Stücke von The Work und acht vom Duo Gilonis/Hodgkinson wurden später unter dem Titel "Woof 7 Inches" (Ad Hoc, 2004) zu einer Compilation vereint.

 

Mit Catherine Jauniaux (vcl, perc) als Co-Leaderin sowie mit je nach Track anderen Musikern aus dem Henry Cow/Art Bears-Umfeld entstand "Fluvial" (Woof, 1983). "Splutter" (Woof, 1985) hiess eine Album mit unbegleiteten Studioaufnahmen von 1985 und einem Live-Mitschnitt von 1979.

 

Lange nach ihren gemeinsamen Henry Cow-Tagen spielten Hodgkinson und Fred Frith bei verschiedenen Auftritten im Mai 1990 in England das Duoalbum "Live Improvisations" (Woof und Megaphone, 1990) ein. Eng arbeitete er mit Ken Hyder (dm, vcl, elect) zusammen.

 

Schon 1979 stellten die beiden eine Strassengruppe zusammen, die in Parks und Spitälern auftrat. Aus diesem Experiment entwickelte sich die Sicilian Funeral Band. 1984 wurde zusammen mit Sylvia Hallett, Marcio Mattos, Sue Ferrar, Jim Dvorak, Nick Evans und anderen The Orchestra Of Lights aus der Taufe gehoben.

 

Auch im Duo traten Hyder und Hodgkinson auf. Sie nannten sich The Shams (1986) oder TimKen (1987/88). Von diesen beiden Musikern bzw. von The Shams erschienen die LP "Shams" (Impetus, 1987) mit Aufnahmen von 1986 sowie "Burghan Interference" (Slam, 2000) mit Liveaufnahmen von 1998.

 

Im Trio mit Valentina Ponomareva (vcl) realisierten Hyder und Hodgkinson "The Goose" (Woof und Megaphone, 1992). 1990 reiste er mit Hyder erstmals durch Sibirien und traf dort auf den tuvinischen Obertonsänger und Perkussionisten Gendos Chamzyryn.

 

Gemeinsam gründeten Hyder, Hodgkinson und Chamzyryn das Projekt K-Space, von dem die Alben "Bear Bones" (Slam, 2002), "Going Up" (Ad Hoc, 2005) und später noch "Black Sky" (Setola Di Maiale, 2013) erschienen.

 

"Infinity" (Ad Hoc, 2008) hatte eine weitere K-Space-Aufnahme in Form einer CD-ROM geheissen. Wenn diese in den Computer eingeschoben wurde, wurden die musikalischen Paramter des Audio-Teils neu geordnet, so dass beim Anhören nie die selbe Musik zu hören war. Die CD-ROM enthielt auch vier Quicktime-Movies und ein Fotoalbum.

 

RAZ3 nannte sich ein Trio und eine labellose CD-R (2008) von Hodgkinson (cl, g) und Hyder (dm, perc) mit Lu Edmonds (banjo, b, bouzouki, div instr). Eine weitere Aufnahme unter eigenem Namen war "Each In Our Own Thoughts" (Woof und Megaphone, 1994) gewesen, eingespielt mit diversen Musikerinnen und Musikern.

 

Auf "Pragma" (ReR Megacorp, 1998) zeigte sich Hodgkinson als Komponist von Musik in der Nähe der Darmstädter Schule. Darauf finden sich die Werke "Repulsion" (1997) für Klarinette, Gitarre, Blechbläser und Perkussion und "SHHH" (1996-97) für Stimmen ab Tonband.

 

Dazu kamen "For Looking Inside" (1997) für drei präparierte Violas; "Mala; Elated" (1997) für Klarinette, Cembalo, Orgel, Metallplatten und Cymbals; "Interferogram" (1997) für ein Instrumentalensemble sowie "Black Dead & Errors In Construction" (1998) für Bassklarinette, präpariertes Klavier, Gitarre, je zwei Cellos und Violas, Perkussion und Tonband.

 

Mit der elektroakustisch improvisierenden, italienischen Gruppe Ossatura spielte er "Dentro" (ReR Megacorp, 1998) ein, wobei auch Soundfragmente von Scelci, David Shea, Radulescu, Otomo Yoshihide und anderen verwendet wurden.

 

"Sang" (ReR Megacorp, 1999) enthielt vier neue Werke für unterschiedlich grosse Besetzungen. "Apophasis" (2002) war eine auf 200 Stück limitierte, labellose Duo-CD-R, die Hodgkinson mit dem Maler David Connearn einspielte. Das Soundmaterial basierte auf den Geräuschen, die Connearn beim Zeichnen verursachte.

 

"Sketch Of Now" (Mode, 2006) enthielt sechs neue Werke, eingespielt in unterschiedlichen Besetzungen mit Vinny Golia (bcl), Robert Reigle (ts), Gustavo Aguliar (perc) und dem Hyperion Ensemble mit Iancu Dumitrescu als Dirigent. Mit diesem Ensemble und Dumitrescu als Komponisten arbeitete Hodgkinson auch später zusammen.

 

Zusammen mit seinem langjährigen musikalischen Partner Ken Hyder (dm, perc) und mit Nikolai Galen (vcl) tat sich Hodgkinson zum Trio Black Paintings zusammen. Von dieser Formation erschien die Doppel-CD "Screams And Silence" (Voice Of Shade, 2008).

 

Mit Milo Fine (dm, p, cl) nahm er "Teshuvah" (Rossbin, 2009) auf. "Klarnt" (ReR Megacorp, 2009) enthielt unbegleitete Soloaufnahmen auf Klarinetten. Auf "Music for Bass Clarinets" (Aural Terrains, 2019) war Hodgkinson mit anderen Bassklarinettistinnen und -klarinettisten in Werken von Christian Wolff, Iancu Dumitrescu, Hannes Kerschbaumer, Georges Aperghis und Thanos Chrysakis zu hören.


"Siberia Extreme" (Indigenous Lifeforms, 2019), eine Aufnahme mit der Sängerin Chyskyyrai aus der sibirischen Teilrepublik Sacha (Jakutien) und mit Ken Hyder (dm), ging dann wieder in Richtung Ethno-Jazz und K-Space-Aufnahmen.   

 

Weitere zeitgenössische Kammermusik-Werke als Komponist konnte er auf "Under The Void" (ReR Megacorp, 2020) veröffentlichen. Hodgkinson bildet zudem mit den Improvisatoren Roger Turner (dm, perc) und Thomas Lehn (synth) das Trio Konk Pack, von dem mehrere Aufnahmen erschienen.

 

Bis dato folgten weitere Aufnahmen unter seinem Namen oder als Co-Leader, an die 30 gesamthaft. Mit Gruppenaufnahmen kommt Hodgkinson bei discogs.com auf fast 200 Einträge als Musiker

 

Er spielte in Gruppen wie God von Kevin Martin oder war Mitglied beim Maldoror Palm Court Orchestra (1978/79) und in den Gruppen Officer! (1984-1989), Kalahari Surfers (1989) oder The Momes (1989).

 

Zudem arbeitete er mit Robert Wyatt, John Zorn, Elliott Sharp, Jim Staley, Peter Blegvad, Chris Cochrane, Charley Hayward, God, Lol Coxhill, Ikue Mori, Sainkho Namchylak, Tenko, Pippin Barnett, Charles Hayward, The Ex, Blast, Palinckx, Peter Cusack und anderen zusammen.           10/26

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