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Willie Nelson

  • musicmakermark
  • 19. Okt. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Amerikanischer Country-Singer/Songwriter, Musiker und Schauspieler geboren am 30. April 1933 in Abbott, Texas. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, wuchs Nelson bei seinen Grosseltern auf. Mit sechs Jahren bekam er eine Gitarre geschenkt, mit zehn Jahren trat er erstmals öffentlich auf.


 

Als Teenager spielte Nelson abends in lokalen Honky Tonks. 1950 wurde er zur Air Force eingezogen, aber bald darauf wegen Rückenproblemen entlassen. Er heiratete eine Cherokee-Indianerin und wurde Vater von zwei Kindern. Die Familie zog nach Fort Worth, wo Nelson eine Zeit lang als Diskjockey arbeitete.

 

1956 spielte er in Kanada eine erste, selber finanzierte und in Eigenregie herausgebrachte Single "No Place for Me" (1958) ein, die sich respektabel verkaufte. 1959 - seine Ehe war mittlerweile geschieden - schaffte er es, die Rechte an seinem Song "Night Life" zu verkaufen. Vom Erlös erwarb er ein altes Auto und machte sich auf den Weg nach Nashville.

 

Dort fand er einen Job als Bassist in der Band von Ray Price. In den folgenden Jahren schrieb er mehrere Songs für andere Musikerinnen und Musiker, darunter "Hello Walls" (Capitol,, 1961), mit dem Faron Young Platz 1 der Country-Charts erreichte.

 

Im selben Jahr nahm Patsy Cline Nelsons Song "Crazy" auf. Willie Nelson war damit als Songwriter etabliert. Er heiratete erneut und spielte einige Singles ein, von denen es "Willingly" mit Shirley Collie und "Touch Me" (beide Liberty, 1962) in die Top-10 der US-Country-Charts  schafften.

 

Mit "And The I Wrote" (Liberty, 1962) und "Here's Willie Nelson" (Liberty, 1963) konnte er seine ersten beiden Alben veröffentlichen. Sie gelangten allerdings nicht in die Country-Charts, so dass er 1965 zu "RCA Records" wechselte und sich der Grand Ole Opry anschloss.

 

Bis 1972 spielte er für dieses Label viele, grösstenteils erfolglose Singles und 13 Alben ein. Unter den Alben befanden sich mit "Country Favorites-Willie Nelson Style" (RCA, 1966), "Make Way For Willie Nelson" (RCA, 1967) und "The Party's Over and Other Great Willie Nelson Songs" (RCA, 1967) dennoch drei Top 10-Country-Alben.

 

Sein Verhältnis zu "RCA" verschlechterte sich zusehends. Er warf seiner Plattenfirma vor, seine Songs zu verfälschen, sie allzu sehr dem kommerziellen Nashville Sound anzugleichen. Nachdem an Weihnachten 1970 sein Haus abbrannte, beschloss Nelson, Nashville den Rücken zu kehren.

 

Er ging nach Austin, Texas, heiratete zum dritten Mal und unterschrieb einen Vertrag bei "Atlantic Records", wo mit "Shotgun Willie" (1973) und "Phases and Stages" (1974) zwei weitere durchschnittlich erfolgreiche Alben erschienen. Der grosse Durchbruch kam 1975, nachdem er zu "Columbia Records" gewechselt hatte.

 

Das erste Album "Red Headed Stranger" und die Single-Auskopplung "Blue Eyes Crying In The Rain" (beide Columbia, 1975) kletterten beide in den entsprechenden Country-Charts auf Platz 1. Eine Radiosession aus jener Zeit kam später in Form der Doppel-CD "Live Dallas Texas KAFM-FM Radio Show" (Hotspur, 2015) heraus.

 

Seine alte Plattenfirma "RCA" versuchte, von seinem plötzlichen Ruhm zu profitieren und veröffentlichte aus Archivmaterial das Album "Wanted! The Outlaws" (RCA, 1976), welches neben Songs von Willie Nelson auch solche von Waylon Jennings, Jessi Colter und Tompall Glaser enthielten.

 

Auch sie alle standen inzwischen mit dem dem Nashville-Establishment auf Kriegsfuss. "Wanted!" wurde als erstes Country-Album mehr als eine Million Mal verkauft und stand zuobert in den Countryalben-Charts. 1980 drehte der Regisseur Jerry Schatzberg den Musikfilm "On The Road Again", bei dem Nelson die Hauptrolle übernahm.

 

Zugleich wurde Nelson zum Mittelpunkt der Outlaw-Bewegung, in der sich Musiker sammelten, die sich von den kommerziellen Fesseln Nashvilles lösen und ihre eigene Musik spielen wollten. Nach anfänglicher Verärgerung war Nashville begeistert, denn die Outlaw-Musik verkaufte sich blendend und brachte frischen Wind in die stagnierende Country-Szene.

 

"Waylon & Willie" (RCA, 1978) war ein weiteres Outlaw-Album mit Songs von Nelson und Waylon Jennings sowie mehreren Duetten. Auch diese LP wurde ein Nummer-1-Album. "One For The Road" (Columbia, 1979), eine Zusammenarbeit mit Leon Russell, erreichte Platz 3.

 

Später waren die mit Merle Haggard eingespielte Duoalben "Pancho & Lefty" (Epic, 1983) und "Django & Jimmie" (Legacy, 2015) weitere Nummer-1-Alben dieser Art. Auch mit den Jazzern Don Cherry und Wynton Marsalis tat er sich zusammen. Dazu spielte er mit Johnny Cash, George Jones, Faron Young, Kris Kristofferson, Brenda Lee, Webb Pierce, Roger Miller, Ray Price und Danny Davis  gemeinsame Alben ein.

 

Nach "Red Headed Stranger" hatte Nelson mit "The Sound In Your Mind" (Columbia, 1976) und "The Troublemaker" (Columbia, 1976) zwei weitere, eigene Nummer-1-Alben. Auch "Stardust" (Columbia, 1978), "Honeysuckle Rose" (Columbia, 1980), "Somewhere Over the Rainbow" (Columbia, 1981), "City Of New Orleans" (Columbia, 1984) und "The Promiseland" (Columbia, 1986) schafften es bis zuoberst in die Charts.

 

Die Live-Doppel-LP "Willie and Family Live" (Columbia, 1978) und die Compilation "Greatest Hits (& Some That Will Be)" (Columbia, 1981) waren ebenfalls auf Platz 1 der Country-Charts. Bis Ende der 1980er Jahre hatte er zudem 13 weitere, eigene Nummer-1-Singles.

 

Dazu kamen fünf weitere Nummer-1-Singles in Form von Duetten mit Waylon Jennings (drei), Leon Russell und Merle Haggard. Mitte der 1980er Jahre tat er sich mit Kris Kristofferson, Johnny Cash und Waylon Jennings unter dem Namen The Highwaymen zu einem Allstar-Quartett zusammen.

 

1990 hatten sich Steuerschulden von über 16 Millionen Dollar angehäuft. Willie Nelson verlor seinen gesamten Besitz. Der Erlös seiner nächsten Alben ging vollständig an das Finanzamt. Dabei gelang es ihm, bis 1993 seine Schulden zu begleichen.

 

Im selben Jahr erhielt er die grösste Auszeichnung, die die Countrymusik zu vergeben hat: Er wurde in die Country Music Hall of Fame aufgenommen. Allerdings waren seine Alben und Singles ab den 1990er Jahre nicht mehr so gefragt. Es resultierten nur noch wenige Top-Ten-Alben.

 

Darunter befand sich "Heroes" (Legacy, 2012) mit Sohn Lukas Nelson sowie mit Ray Price, Merle Haggard, Snoop Dogg, Kris Kristofferson, Jamey Johnson, Billy Joe Shaver und Sheryl Crow als Gäste. Auf "Here We Go Again: Celebrating The Genius Of Ray Charles" (Blue Note, 2011) arbeitete Nelson mit Wynton Marsalis (tp, cond) und Norah Jones (vcl) zusammen.

 

"All The Girls" (Legacy, 2013) war ein Nummer-2-Album in den Country-Charts und ein Top-10-Album bei Billboard 200. Das Album enthielt Duette mit Dolly Parton, Miranda Lambert, The Secret Sisters, Rosanne Cash, Sheryl Crow, Wynonna Judd, Carrie Underwood, Loretta Lynn, Alison Krauss, Melonie Cannon, Mavis Staples, Norah Jones, Shelby Lynne, Lily Meola, Emmylou Harris, Brandi Carlile, Paula Nelson und Tina Rose.

 

Auch mit seiner zwei Jahre älteren Schwester, der Pianistin und Sängerin Bobbie Nelson (1931-2022) spielte er mehrere gemeinsame Alben ein. Zudem war Bobbie einige Zeitlang Mitglied von Willies Begleitband.

 

"Band Of Brothers" (Legacy, 2014) war ein Nummer-1-Album in den US-Countryalben, das erste seit "The Promiseland" 1986. Auch mit Platz 5 bei den Billboard 200 war Nelson mit diesem Album so hoch in den Charts wie seit 1982 ("Always on My Mind") nicht mehr.

 

"God's Problem Child" (Legacy, 2017) war das bisher letzte Nummer-1-Album von Nelson. Willie Nelson veröffentlichte bisher total 103 Studioalben. Davon waren 77 eine Alben. Dazu kamen 14 Livealben und 51 offizielle Compilations.

 

Discogs.com listet alles in allem über 600 Compilations auf. Allein in den USA verkaufte er über 40 Millionen Alben. Dazu kamen 132 Singles. 25 standen in den US-Country-Charts auf Platz 1.          10/25

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