top of page

David Toop

  • musicmakermark
  • 11. Sept.
  • 4 Min. Lesezeit

Englischer Multiinstrumentalist, Labelbesitzer, Musikforscher, Komponist Journalist, Autor von Büchern, Radio- und TV-Sendungen, geboren am 5. Mai 1949 in Enfield im Norden von London. In seiner Jugend spielte er in R&B-Bands und studierte Kunst und Grafikdesign in Hornsey, Watford.


ree

 

In den frühen 1970er Jahren war er Mitglied der Free Impro-Szene des Little Theater Club um John Stevens und einer Gruppe namens abAna, von der später je ein Track auf zwei Compilations erschienen.

 

Seine erste Aufnahme war das auf Brian Enos "Obscure"-Label veröffentlichte Album "New And Rediscovered Musical Instruments" (Obscure, 1975). Es handelte sich um eine Split-LP, die er sich mit dem Instrumentebauer und Sound-Gestalter Max Eastley teilte.

 

Toop wurde auf seinen Tracks von Paul Burwell (perc), Hugh Davies (elect), Brian Eno (synt, elect), Frank Perry (dm, perc) und anderen begleitet. Später nahmen Toop und Eastley die Duo-Aufnahmen "Buried Dreams" (Beyond, 1994) und "Doll Creatures" (Bip-Hop, 2004) auf.

 

Auch mit Paul Burwell tat sich Toop immer wieder für Duoaufnahmen zusammen, so für die Kassette "Burwell/Toop" (Quartz, 1977), die LP "Wounds" (Quartz, 1979) und die LP "Suttle Sculpture" (Sub Rosa, 2018) mit Aufnahmen von 1977. Toop und Burwell ihrerseits realisierten zusammen auch Aufnahmen mit anderen Musikern.

 

Im Trio mit Nestor Figueras (vcl,, perc) entstand "Cholagogues" (Bead, 1977), im Quartett mit Max Eastley (div perc, homemade instr) und Steve Beresford (div instr) "Whirled Music" (Quartz, 1980). Toop. Burwell und Eastley bildeten mit Evan Parker (ts, ss), Hugh Davies (elect), Annabel Nicolson (objects) sowie Paul Lovens (perc, saw) und Paul Lytton (dm, elect) ein Oktett, das "Circadian Rhythm" (Incus, 1980) aufnahm.

 

Eine Zeitlang arbeitete David Toop eng mit Steve Beresford (p, div instr) zusammen. Toop und Beresford bildeten mit Peter Cusack (g) und Terry Day (as, perc) das Quartett Alterations, das mehrere Alben vorlegte. Zur selben Zeit spielten Beresford und Toop mit Tristan Honsinger (cello) und Toshinori Kondo (tp) "Imitation Of Life" (Y Records, 1981) ein.

 

Diese LP wurde zusammen mit der Duo-LP "Double Indemnity" (Y Records, 1981) von Beresford und Honsinger im Rahmen der "Unheard Music Series" von "Atavistic" 2001 auf einer CD wiederveröffentlicht. 1978 gründete Toop sein "Quartz"-Label.

 

Zu Beginn der 1980er Jahre bildete Toop seinen Alterations-Mitmusikern sowie mit Bendle, Eddie Saunders, Giblet, Keith James, Lol Coxhill, Max Eastley, Nag, Viv Albertine und Vivien Goldman die lose Avantgarde Rock/Free Improv-Formation The 49 Americans.

 

The Promenaders hiess eine Gruppe der vier Alterations-Musiker Toop, Beresford, Cusack und Day mit Lol Coxhill, Max Eastley und Paul Burwell, von der ein gleichnamiges Album (Y Records, 1982) erschien. Zwischen 1979 und 1982 spielten Toop und Beresford als General Strike mit David Cunningham (tapes), Lol Coxhill (ts, ss), Dawn Roberts (vcl) und Maarje ten Hoorn (vio) "Danger In Paradise" (Touch, 1984) ein.

 

Dazu wirkten Toop, Beresford, Albertine und Ari Up (vcl) - wie Albertine ebenfalls von The Slits - auf dem Album "Jamaican Heroes" (Trojan, 1980) von Prince Far I mit. Eine Dub-Version dieser LP erschien unter dem Titel "Cry Tuff Dub Encounter Chapter Three" (Daddy Kool/Pressure Sounds, 1980).

 

Toop war auch Mitglied einer Company von Derek Bailey, der Flying Lizards von David Cunningham sowie von Keith Tippetts Ovary Lodge und machte Aufnahmen mit Eddie Prévost, John Stevens, Evan Parker, Paul Lovens (dm), Paul Lytton (dm) oder John Zorn (as).

 

1984 erschien mit "The Rap Attack: African Jive To New York Hip Hop" (Pluto) ein Buch, das erstmals die Hintergründe des Rap und des Hip Hops beleuchtete. 1991 folgte "Rap Attack 2: African Rap To Global Hip Hop" (Serpent's Tail).

 

In der Folge wandte er sich vermehrt dem Schreiben zu. 1992 kam seine Monografie über Stephen Cripps auf den Markt. 1995 schrieb Toop mit "Oceans Of Sound" ein Standardwerk über Ambient-Musik. Bei Vorlesungen daraus kam ihm die Idee, Texte daraus von Musikern mit Klängen umhüllen zu lassen.

 

Daraus entstand die CD "Hot Pants Doll" (Barooni, 1999), an der Jon Hassell, Spirit World, Paul Schütze, Bill Laswell, Talvin Singh, Scanner, Rhys Chatham, John Oswald, Tom Recchion, Sarah Pebbles und Slipper mitwirkten.

 

"Haunted Weather: Resonant Spaces, Silence And Memory" (Serpent's Tail, 2004) hiess sein nächstes Buch. "Haunted Weather" (Staubgold, 2004) hiess auch eine Doppel-CD, die das Buch begleitete und Musik von diversen Experimental-Musikern und Gruppen enthielt.

 

Toop veröffentlichte davor und danach weitere Aufnahmen unter seinem eigenen Namen, meist eingespielt mit Hilfe von Musikern und Musikerinnen aus seinem weiten Umfeld. Es waren dies "Screen Ceremonies" (Wire Edition, 1995), "Pink Noir" (Virgin, 1996), "Spirit World" (Virgin, 1997) und "Museum Of Fruit" (Caipirinha, 1999), letztere die Folge 3 der "Architettura"-Serie dieses Labels.

 

"37th Floor At Sunset–Music For Mondophrenetic" (Sub Rosa, 2000) enthielt die Musik zur Multimedia-Installation "Mondophrenetic", die im September 2000 in Brüssel zum ersten Male gezeigt wurde. Weitere Alben unter seinem Namen hiessen "Black Chamber" (Sub Rosa, 2003) und "Sound Body" (Samadhi, 2007).

 

Die LP "Live At The White Cub" (The Vinyl Factory und White Cube, 2015) enthielt den Mitschnitt eines Soloauftritts vom 31. Januar 2015 in London zur Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Christian Marclay. Ebenfalls für eine Ausstellung entstand die Musik, die auf der LP "Life On The Inside" (Sub Rosa, 2016) veröffentlicht wurde.

 

"Entities Inertias Faint Beings" (Room40, 2016) und "Apparition Paintings" (Room40, 2020) waren weitere Aufnahmen unter Toops Namen. "Inflamed Invisible: Collected Writings On Art And Sound 1976-2018" (Goldsmith, 2019) hiess eine Sammlung von Essays, Rezensionen, Interviews und anderen Texten.

 

"Field Recording And Fox Spirits" (Room40, 2020) bestand aus 18 Field Recording-Tracks, einer CD mit einem Mix davon von Lawrence English und einem Buch mit Fotos, Zeichnungen und Texten zum Thema Field Recordings.

 

Unter David Toops Namen sowie als Co-Leader oder Gast erschienen an die 40 Alben. Er besitzt bei discogs.com über 120 Credits als Musiker. Bei weiteren Aufnahmen waren Scanner, Akio Suzuki, John Zorn, Tristan Honsinger, Toshinori Kondo, Rhodri Davies, Ken Ikeda, John Butcher, Lawrence English, Jan Bang, Ryuichi Sakamoto und andere Co-Leader.

 

"I Never Promised You A Rose Garden: A Portrait Of David Toop Through His Records Collection" (Sub Rosa, 2009) nannte sich eine Dokumentarfilm-DVD über Toop. Er trat auch unter den Pseudonymen Iron Monkey und Steve Topp auf und war Mitglied der Gruppe Frank Chickens. Toop stellte zudem Schallplatten zusammen, organisierte Festivals oder Events oder richtete Ausstellungen ein.                                                        09/25

Compendium musicum

©2023 von Compendium musicum. Erstellt mit Wix.com

bottom of page