top of page
  • musicmakermark

Desmond Dekker

Jamaikanischer Rocksteady- und Reggae-Sänger, geboren am 16. Juli 1942 als Desmond Dacres in Kingston und aufgewachsen als Waise in Seaforth in St. Thomas. Er arbeitete als Schweisser, wusste aber schon früh, dass er Sänger werden wollte.



Leslie Kong, der Produzent von Jimmy Cliff und Derrick Morgan, hielt nur sporadisch Ausschau nach neuen Talenten. Dennoch schaffte es Dekker, Kong 1963 einen Song vorzuspielen. Begleitet von Kongs Keyboarder Theophilus "Easy Snappin'" Beckford sang Dekker "Honour Your Father And Your Mother" und andere eigene Songs.

 

Kong liess sich überzeugen und gewährte ihm einen Aufnahmetermin, bei dem mit Hilfe von Studiomusikern wie Morgan Cliff, Frank Coslo, Eric "Monty" Morris oder Andy & Joey "Honour Your Mother & Father" als A-Seite einer Single aufgenommen wurde. Bis zur Veröffentlichung dieser Single (Beverley's, 1963) arbeitete Dekker in seinem Job weiter.

 

Dort traf er auf Bob Marley, einen anderen jungen Sänger. Dekker empfahl Marley an Kong weiter, der Marley ebenfalls eine Single aufnehmen liess. Beide Singles kamen zur gleichen Zeit auf den Markt, wobei die Dekker-Aufnahme ein grosser Hit wurde. Dieser Erfolg zog weitere Aufnahmen nach sich.

 

Unter der Aufsicht von Kong nahm Dekker und seine Begleitband Aces Songs wie "Sinners Come On Home", "Rude Boy Train", "Intensified" oder "Pretty Africa" auf. Weil sich Kong vermehrt auf Jackie Opel, einen Sänger von den Barbados konzentrierte, schloss sich Dekker dem Produzenten Duke Reid an.

 

Bob Marley seinerseits arbeitete mit Clement "Coxsone" Dodd zusammen. Dekker kehrte auf Bitten von Kong wieder zurück und nahm mit ihm "Get Up Adina", "King Of Ska" oder "007 (Shanty Town)" auf. Letzter Song schaffte es 1967 bis auf Platz 15 der englischen Charts und wurde der erste Rocksteady-Hit.

 

Später hatte Dekker mit "Israelites" (Pyramid, 1968) seinen grössten Erfolg überhaupt. Als erste jamaikanische Aufnahme stiess die Single auf Platz 1 der englischen Hitparade vor und löste dort einen Rocksteady/Reggae-Boom aus. Daraufhin trennte er sich von seiner Begleitband Aces.

 

Mit "A It Mek" (Pyramid, 1969) - vor "Israelites" aufgenommen und deshalb nachher noch einmal veröffentlicht - sowie dem Jimmy Cliff-Cover "You Can Get It If You Really Want" (Ember, 1970) hatte er zwei weitere, internationale Hits. Dazu erschienen die ersten Alben "The Israelites" (Pyramid, 1969), "This Is Desmond Dekkar" (Trojan, 1969) und "You Can Get It If You Really Want" (Trojan, 1970).

 

Als Rocksteady langsam vom Reggae abgelöst wurde, sank Dekkers Stern. Demgegenüber wurde Bob Marley die Nummer eins unter den Reggae-Musikern. Dennoch wurde ein Remix von "Israelites" (Cactus, 1975) in England erneut ein Hit. Desmond Dekker war inzwischen in England ansässig. Mit dem 2-Tone/Ska/Mod-Revival Ende der 1970er Jahre nahm seine Popularität wieder zu.


Er wurde vom englischen Ska-Label "Stiff Records" unter Vertrag genommen und spielte zwei Alben ein. Auf "Black And Dekker" (Stiff, 1980) wurde er von Graham Parker & Rumour sowie vielen anderen Musikern des Labels begleitet. "Compass Point" (Stiff, 1981) entstand mit einem Begleitquartett, dem auch Robert Palmer (e-b, perc) angehörte.

 

1984 musste er sich wegen Bankrotts vor einem englischen Gericht verantworten. 1993 tauchte Dekker mit "King Of Kings" (Trojan, 1993) wieder auf. Dabei wurde er von vier Musikern der Ska-Band The Specials begleitet. Von Desmond Dekker erschienen im Laufe der Jahre an die 100 Singles und EPs.

 

Dazu kamen Dutzende von Compilations. Seine rund 16 Alben wurden zudem mehrfach auf CD oder in anderer Form nochmals herausgebracht. Desmond Dekker starb am 25. Mai 2006 in Thornton Heath in der Umgebung von London 64-jährig an einem Herzinfarkt.      04/24

0 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page