top of page

Dollar Brand/Abdullah Ibrahim (Teil II)

  • musicmakermark
  • 17. Juni
  • 5 Min. Lesezeit

Mit zwei unterschiedlich besetzten, südafrikanischen Quintetten nahm der südafrikanische Jazz-Pianist Dollar Brand/Abdullah Ibrahim die LP "Black Lightning" (The Sun, 1976) auf. "African Songbird" (The Sun, 1976) erschien unter dem Namen seiner Frau Bea Benjamins, war aber mit Hilfe von Abdullah Ibrahim und seinen Mitmusikern eingespielt worden.


 

Mit Cecil McBee (b) und Roy Brooks (dm) entstand in einem Studio in New York City "The Children Of Africa" (Enja, 1976). "Natural Rhythm" (The Sun, 1977) war eine weitere südafrikanische Produktion mit Barney Rachabane (fl, as), Victor Ntoni (b) und Timmy Kwebulana (dm) als weitere Mitmusiker in den meisten Tracks. 

 

Einen Track hatte Ibrahim mit Basil Coetzee (ts, fl), Robbie Jansen (as, fl), Paul Michaels (b) und Monty Weber (dm) aufgenommen. Dieses Quintett war auch auf den beiden längeren Stücken der LP "Cape Town Fringe" (Chiaroscuro, 1977) am Werk. Mit Buddy Tate (ts) als Co-Leader sowie mit Cecil McBee (b) und Roy Brooks (dm) war die LP "Buddy Tate Meets Dollar Brand" (Chiaroscuro, 1977) aufgenommen worden.


Eine Sextettaufnahme vom September 1977 mit Hamiett Bluiett (bars), Carlos Ward (as), Talib Rhynie (as, oboe), Don Cherry (tp), Johnny Dyani (b), Roy Brooks und John Betsch (dm) sowie Claude Jones (perc) erschien als "The Journey" (Chiaroscuro, 1978). "Nisa" (America Sound und African Violets, 1978) enthielt Soloaufnahmen.


"The Journey: Live At Alice Tully Hall 9/18/78" (Dowtown, 2022) hiessen nachträglich veröffentlichte Liveaufnahmen seines Ensembles aus jener Zeit. Für "Streams Of Consciousness" (Baystate, 1978) tat sich Ibrahim mit einem anderen Urgestein des Jazz zusammen, mit Max Roach (dm).


Auf "Duet" (Denon, 1979) traf er auf Archie Shepp (ts). "Anthem For The New Nations" (Denon, 1978) zeigte Ibrahim solo bei einem Studiotermin in Tokio. Bei einem Festival in Nyon wurden im Juni 1979 die Stücke der Doppel-LP "Autobiography" (Plainisphare, 1983) mitgeschnitten.


Mit dem Dollar Brand Quartet, bestehend aus Talib Qadr (sax, vcl), Greg Brown (b) und John Betsch (dm), wurde die LP "Africa - Tears And Laughter" (Enja, 1979) realisiert. "Bra Joe From Kilimanjaro" (The Sun, 1979) enthielt zwei LP-seitenfüllende Stücke, die er im selben Jahr in Johannesburg mit zwei unterschiedlich besetzten Gruppen eingespielt hatte.

 

1979 entstand mit einer elfköpfigen Gruppe "African Marketplace" (Elektra, 1980). Bei einem Auftritt am 18. Juli 1980 in Montreux liess sich Ibrahim von Carlos Ward (fl, as), Craig Harris (tb), Alzono Gardner (b) und Andre Strobert (dm) begleiten. Der Mitschnitt erschien unter dem Titel "At Montreux" (Enja, 1980).

 

Auf den LPs "Matsidiso" (Pläne, 1981) und "South African Sunshine/Piano - Solo - Live" (Pläne, 1982) fanden sich weitere Soloaufnahmen. Konzertaufnahmen von 1981 in Deutschland mit Rachim Ausur Sahu (b), Andrej Strobert (dm) und Carlos Ward (sax, fl) erschienen als "Duke's Memories" (String, 1986).

 

1982 führte er mit einer ganzen Reihe von Musikern Tänzerinnen und Sängerinnen die South African Folk Opera "Kalahari" auf. "Jazzbühne Berlin '82" (Repertoire, 1990) dokumentiert einen Auftritt im Juni 1982 in Ostberlin. Die Solo-LP "African Dawn" (Enja, 1983) und die mit Carlos Ward (fl, as), Essiet Okum Essiet (b) und Don Mumford (dm) eingespielte Quartettaufnahme "Zimbabwe" (Enja, 1983) stammten vom Frühling 1983.

 

"Live At Sweet Basil Vol. 1" (Ekapa, 1983) enthielt Duoaufnahmen von einem Auftritt im Oktober 1983 in NYC mit Carlos Ward (as, fl). "Kalisz 1984" (Poljazz, 1984) war danach eine weitere Duo-Liveaufnahme von Ibrahim und Ward. 

 

Mit Johnny Classens (vcl), Carlos Ward (as, fl), Essiet Okon Essiet (b) und Don Mumford (dm) wurde bei einem Auftritt 1983 in Montreux "South Africa" (Enja, 1986) mitgeschnitten. Nach dem Vorbild der Jazz Epistles gründete Brand/Ibrahim Anfang der 1980er Jahre die Gruppe Ekaya. Diese bestand aus einem Pianotrio und vier Bläsern.

 

Die Doppel-LPs "Blues For A Hip King", "African Sun", "Tintinyana" und "Voice Of Africa" (alle Kaz, 1988) waren Compilations mit bereits veröffentlichten Stücken, die Brand/Ibrahim im Laufe der Jahre in Südafrika aufgenommen hatte und die auf verschiedenen Schallplatten und Labels erschienen waren.

 

1988 spielte Ibrahim mit Craig Handy (ts, fl), Ricky Ford (ss, ts,), Benny Powell (tb), David Williams (b) und Billy Higgins (dm) die CD "Mindif" (Enja, 1988) ein. Für die Aufnahmen zum Filmsoundtrack "No Fear No Die (S'en Fou la mort)" (Tiptoe, 1990) ging er mit Ricky Ford (fl, ts), Howard Alexander Young (ss, as), Frank Lacy (tb), Jimmy Coezier (bars), Buster Williams (b) und Ben Riley (dm) ins Studio.

 

Nach einer erneuten Rückkehr nach Südafrika nach dem Ende der Apartheid-Politik spielte er 1991 mit den südafrikanischen Musikern Basil "Mannenberg" Coetzee (ts), Robbie Jansen (fl, as, bars), Johnny Mekoa (tp), Errol Dyers (g), Spencer Mbudu (b) und Monty Weber (dm) "Mantra Mode" (African Echoes, 1991) ein.

 

Die Solo-LP "Desert Flowers" (Enja, 1992) wurde in den Van Gelder Recording Studios in Englewood Cliffs, New Jersey, eingespielt. Auch "Knysna Blue" (Tiptoe, 1994) bestand aus unbegleiteten Soloaufnahmen. Diese waren in Kapstadt aufgezeichnet worden. 

 

Danach formierte Abdullah Ibrahim ein neues Trio mit jungen Musikern aus seiner Heimat. 1994/95 gehörten Marcus McLaurine (b) und George Johnson (dm) zu seinen Begleitern. Mit ihnen nahm er live im New Yorker Club "Sweet Basil" die CD "Yarona" (Tiptoe, 1995) auf. Mit George Gray (dm) anstelle von Johnson folgte "Cape Town Flowers" (Enja, 1997).

 

Ende der 1990er/Anfang der 2000er Jahre kam es zweimal zu einer Zusammenarbeit mit dem Schweizer Arrangeur Daniel Schnyder. Die erste gemeinsame CD "African Suite" (Tiptoe, 1998) entstand in der Abtei des Klosters Payerne in der Schweiz mit Belden Bullock (b) und George Gray (dm) sowie Streichern des EU-Jugendorchesters.

 

Auf "African Symphony" (Enja, 2001) wurden Imbrahim (p), Marcus McLaurine (b) und George Gray (dm) vom Radio Sinfonieorchester München unter Barbara Yahr und vom Absolute Ensemble und Kristjan Järvi begleitet.

 

Danach folgte "Ekapa Lodumo" (Tip Toe, 2001). Bei diesen Aufnahme liess sich Abdullah Ibrahim als Solopianist von der NDR Big Band in Arrangements von Steve Gray begleiten. "Cape Town Revisited" (Enja, 2000) war ein 1997 eingespieltes Trio- bzw. Quartettalbum mit Marcus McLaurine (b), George Gray (dm) und teilweise Feya Faku (tp). 

 

Mit "African Magic" (Tiptoe, 2002) kehrte er zum Trioformat zurück. Sseine Begleiter bei einem Konzert im Juli 2001 in Berlin waren Belden Bullock (b) und Sipho Kuene (dm).

 

Zu seinem 70. Geburtstag im Oktober 2004 sowie zum 50-Jahr-Jubiläum als Musiker und zum 35-Jahr-Jubiläum als Künstler beim Label "Enja" erschien die Compilation "A Celebration" (Enja, 2004) mit Aufnahmen, die Brand/ Ibrahim für das deutsche Label zwischen 1973 und 1977 gemacht hatte.

 

Die CD enthielt auch einen Remix eines Ibrahim-Tracks, wie sie auf der gleichzeitig veröffentlichten CD "re:Brahim" (19_enja, 2004) zu hören sind. Am Werk waren DJ Spooky, Toshio Matsuura von UFO, Stefan Rogal vom Sonar Kollektiv, Kinderzimmerproductins, Motorcitysoul, Christian Pommer von Fauna Flash, DJ Explizit und andere.

 

Unter dem Titel "A Struggle For Love" erschien 2004 eine einstündige Video-Dokumentation über Abdullah Ibrahim, realisiert von Ciro Cappellari. "Senzo" (Intuition, 2008) war wieder einmal ein Soloalbum, gefolgt von "Bombella" (Intuition, 2009), einer Aufnahme mit der WDR Big Band.

 

Im Quartett mit Cleave Guyton (fl, cl, sax), Eugen Bazijan und Scott Roller (cello) entstand "Mukashi - Once Upon A Time" (Double Moon, 2013). "The Song Is My Story" (Intuition, 2014) zeigt Abdullah Ibrahim am legendären Fazoli-Klavier in Italien. Auch "Dream Time" (Enja, 2019) und "Solotude" (Gearbox, 2021) stellten Soloaufnahmen dar.


Mit Cleave Guyton (fl) und Noah Jackson (cello, b) entstand im Juli 2023 die Triple-LP/Doppel-LP "3" (Gearbox, 2024). Ein Teil der Aufnahmen wurde live in The Barbican Hall in NYC mitgeschnitten, der andere Teil davor ohne Publikum.

 

Dollar Brand/Abdullah Ibrahim starb am 15. Juni 2026 im Alter von 91 Jahren im deutschen Prien am Chiemsee, Bayern. Seine 1976 geborene Tocher Tsidi Ibrahim ist unter dem Namen Jean Grae als Rapperin und Hip Hop-Musikerin tätig.                        06/26

 

Compendium musicum

©2023 von Compendium musicum. Erstellt mit Wix.com

bottom of page