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Gloria Jones (Soul)

Amerikanische Soul-Sängerin, geboren am 19. Oktober 1945 in Cincinnati, Ohio. Sie kam früh mit Musik in Berührung, lernte mit sieben Jahren Klavier und begleitete im Alter von zehn Jahren den Kirchenchor ihres Vaters. Auch ihr Bruder Richard Davis Jones (1947-2001) war musikalisch.



Er wurde ebenfalls Musiker sowie Musikproduzent. Später zog die Familie nach Los Angeles. Dort führte Jones ihre Schulausbildung fort. Dazu wurde sie Mitglied der 1960 von Andraé Crouch gegründeten Gospel-Gruppe The Cogics.

 

Dieser gehörten ausserdem dessen Schwester Sandra Crouch sowie Enda Wright, Sondra Williams alias Blinky, der spätere Motown-Songschreibrer Frankie Karl und Billy Preston an der Orgel an. Die Gruppe trat in Kirchen in Los Angeles auf und veröffentlichte das Album "It's a Blessing" (Exodus, 1966).

 

Motown-Produzent Hal Davis hörte die Gospelgruppe und machte Gloria Jones mit dem Songwriter Ed Cobb bekannt. Cobb hatte mit Billy Preston einen Track produziert, für den er eine Sängerin suchte. Daraus wurde Jones' erste Single "Heartbeat" (Capitol, 1965). Eine zweite Single hiess "My Bad Boy's Comin' Home" (Champion, 1965) mit "Tainted Love" als B-Seite.

 

Die Singles blieben zunächst unbemerkt und wurden erst im Zuge der englischen Northern Soul-Welle Anfang der 1970er Jahre in der britischen Club-Szene häufig aufgelegt. Vor allem von "Tainted Love" entstanden in den folgenden Jahren mehrere Coverversionen. Die erfolgreichste war jene des englischen Synthipop-Duos Soft Cell von Marc Almond (vcl) und David Ball (synth).

 

Die Soft Cell-Version (Some Bizzare, 1981) stand in 17 Ländern zuoberst auf den Single-Charts, darunter auch in England. Bei den Billboard Hot 100 resultierte Platz 8. Allerdings hatte es 19 Wochen gedauert, ehe die Single in den USA unter die Top 40 rutschte.

 

Dann blieb "Tainted Love" während 43 Wochen in den Charts, was einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekord einbrachte. "Tainted Love" hatte es damals allerdings nicht auf das erste Gloria Jones-Album "Come Go With Me" (Uptown, 1966) geschafft. Danach erschienen von Jones einige weitere Singles.

 

Zudem war sie als Backingsängerin für Musiker wie Phil Spector und Bob Dylan tätig. Sie trat im Musical "Hair" in Los Angeles auf. Nach einem Treffen mit Pam Sawyer begann sie für "Motown Records" Songs zu schreiben und arbeitete unter anderem für The Four Tops, The Commodores, The Jackson 5 und Gladys Knight & The Pips.

 

Neil Young, Harpers Bizarre, Ry Cooder, Jesse David, Joe Cocker, Roy Ayers, Maria Muldaur, Elvin Bishop und andere holten sie als Sängerin ins Studio. Ihr zweites Album war "Share My Love" (Motown, 1973), begleitet von Singleauskoppelungen. Weil sie in den USA nicht so recht Erfolg hatte, zog sie nach England, wo das Land von der Northern Soul-Welle erfasst worden war.

 

1974 wurde Gloria Jones Backgroundsängerin und Clavinet-Spielerin bei der englischen Band T. Rex. Sie und Bandgründer Marc Bolan, der von seiner Frau getrennt lebte, hatten ein Verhältnis. Am 26. September 1975 kam ihr gemeinsamer Sohn Rolan Seymour Feld Bolan zur Welt.

 

Gloria Jones beeinflusste Marc Bolans Musik in Richtung Soul und Dance, während Bolan sie bei ihrem dritten Album "Vixen" (EMI, 1976) als Songschreiber und Produzent unterstützte. Am 16. September 1977 brachte Gloria Jones Marc Bolan nach einem Restaurantbesuch in Mayfair zurück zu seiner Wohnung in Richmond.

 

Dabei verlor sie die Kontrolle über ihren Wagen und fuhr gegen einen Baum. Bolan war sofort tot, während sich Gloria Jones den Kiefer brach und einen Schock erlitt. Dann ging sie in die USA zurück. Einer gerichtlichen Vorladung nach London wegen Autofahrens in fahruntüchtigem Zustand kam sie nicht nach.

 

Jones lebte mit ihrem Sohn Rolan fortan in Los Angeles. Da sie nicht mit Bolan verheiratet gewesen war, stand ihr nur wenig Geld zur Verfügung. Die Familie wurde jedoch von Bolans Freund und Rolans Taufpaten David Bowie finanziell unterstützt. Als Folge des Unfalls hatte Jones' Stimme an Intensitität und Kraft verloren.

 

Dennoch spielte sie mit "Windstorm" (Sidewalk, 1978) ein weiteres Album ein, von dem mehrere Singles ausgekoppelt wurden. Produzent des Albums war ihr Bruder Richard Jones. Mit "Reunited" (AVI, 1982) folgte vier Jahre später ein weiteres Album, das in Zusammenarbeit mit Ed Cobb, dem Komponisten von "Tainted Love", aufgenommen wurde.

 

In der Folge erschienen von ihr nur noch Compilation-Alben. Jones heiratete Chris Mitchell, der im Vertrieb einer Plattenfirma arbeitet. 1995 gingen sie nach Südafrika, wo sie eine HIV-Wohlfahrtseinrichtung gründeten. Danach zogen sie nach Sierra Leone und eröffneten in Makeni die Marc Bolan School Of Music And Film, ein Waisenhaus, das mit Musik als Therapiemittel für traumatisierte Kinder arbeitet.  

 

Gloria Jones ist nicht zu verwechseln mit der am 12. September 1938 in Longview, Texas, als Gloria Hargis geborenen R&B- und Soulsängerin Gloria Jones, Mitglied von The Blossoms, The Dreamers und anderer Gruppen. Eine weitere Vokalistin mit dem Namen Gloria Jones (1945-2019) war Backingsängerin in der Jerry Garcia Band. 05/24

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