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Miriam Makeba

  • musicmakermark
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Südafrikanische Sängerin, Songschreiberin, Schauspielerin und Polit-Aktivistin, geboren am 4. März 1932 im vier Jahre später abgerissenen Prospect Township im Osten von Johannesburg als Zenzile Miriam Makeba. Sie bewegte sich mit ihrer Musik zwischen Afropop, Jazz und World Music.


 

Sie kam als Kind einer Swasi und eines Xhosa auf die Welt. Kurz nach ihrer Geburt musste ihre Mutter eine sechsmonatige Gefängnisstrafe verbüssen, so dass Miriam Makeba diese Zeit ebenfalls im Gefängnis verbrachte. Ihr Vater starb, als sie sechs Jahre alt war.

 

Makeba besuchte acht Jahre lang das Kilnerton Training Institute, eine Primarschule in Pretoria, wo sie auch im Chor sang. Nach dem Schulbesuch arbeitete sie wie ihre Mutter bei Weissen als Haushaltshilfe. Ihre musikalische Laufbahn begann Makeba als Sängerin bei den Gruppen Cuban Brothers und Manhattan Brothers.

 

Mit den Mandhattan Brothers kam sie Mitte der 1950er Jahre zu ersten Aufnahmen. Erste eigene Aufnahmen waren "Duze/Thande" (Gallotone Jive, 1956) und "Pass Office Special/Hoenene" (Gallotone Jive, 1957), beides Schellack-Schallplatten. Es folgten 7"-Singles mit ihrer Gesangsgruppe The Skylarks.

 

1959 spielte sie im erfolgreichen Musical "King Kong", das sich um die Geschichte des südafrikanischen Schwergewichtsboxers Ezekiel Dlamini drehte. Unter den Musikern befanden sich Hugh Masekela und andere Mitglieder der Jazzgruppe The Jazz Epistles. Von der afrikanischen Jazzoper erschienen vier unterschiedlichen Aufnahmen.

 

Die erste kam unter dem Titel "King Kong - All African Jazz Opera" (Gallotone, 1959) heraus. Makeba spielte in jener Zeit auch eine kleine Rolle als Shebeen-Sängerin in Lionel Rogosins Anti-Apartheid-Film "Come Back, Africa", der internationales Aufsehen erregte.

 

Sie wurde zur Premiere des Films zu den Filmfestspielen nach Venedig eingeladen und war danach Gast in einer amerikanischen TV-Show. Als sie nach den Tod ihrer Mutter nach Südafrika zurückkehren wollte, wurde ihr die Einreise verweigert. Harry Belafonte half ihr bei der Umsiedlung in die USA und bei ersten Auftritten.

 

Damit begann ihre Weltkarriere, die ihr den Übernamen "Mama Africa" einbrachte. Ihre ersten von fast zwei Dutzend Alben hiessen "Miriam Makeba" (RCA Victor, 1960), "The Many Voices of Miriam Makeba" (Kapp, 1962), "The Voice Of Africa" (RCA Victor, 1964) und "Makeba Sings!" (RCA Victor, 1965)"

 

Für "An Evening with Belafonte/Makeba" (RCA Victor, 1965) gab's einen Grammy. Mit diesen ersten Alben und einem späteren war Makeba teilweise in den Billboard 200 vertreten, wenn auch grösstenteils nie weiter vorne als auf Platz 83. Einzig mit "Pata Pata" (Reprise, 1967)  schaffte sie es auf Platz 74.

 

Der Titelsong dieser LP war auch Makebas grösser Hit. Damit kam sie auf Platz 12 der Billboard Hot 100. 1963 sprach sie erstmals vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen und verlangte den Boykott des südafrikanischen Apartheid-Regimes. Daraufhin wurde ihr von der südafrikanischen Regierung die Staatsbürgerschaft aberkannt und ihre Schallplatten in Südafrika verboten.


Von 1964 bis 1966 war sie mit Hugh Masekela verheiratet, mit dem sie auch zusammen auftrat. 1968 heiratete sie den Bürgerrechtler und Black-Panther-Aktivisten Stokely Carmichael. Daraufhin wurden sie vom FBI überwacht. Ihre Schallpllatten- und Tourneeverträge wurden gekündigt.


Das Ehepaar wanderte nach Guinea in Westafrika aus, wo ihr 1963 nach der Ausbürgerung aus Südafrika die Staatsangehörigkeit zuerkannt worden war. Neben der guineischen besass Miriam Makeba auch die algerische Staatsbürgerschaft.


Im Herbst 1974 trat sie mit James Brown, B. B. King, The Spinners und The Crusaders auf einem Grosskonzert in Kinshasa in Zaire auf. Es war Teil des Rahmenprogramms für den historischen Boxkampf "Rumble in the Jungle" zwischen George Foreman und Muhammad Ali.

 

Ihre Tochter Bongi Makeba starb 1985, worauf Makeba nach Brüssel zog. 1987 begleitete sie Paul Simon auf seiner "Graceland"-Tour und sang mit ihm im Duo "Under African Skies". 1988 trat sie beim Nelson Mandela 70th Birthday Tribute Concert in London auf.

 

Nach drei Jahrzehnten Exil in den USA, Guinea und Belgien kehrte sie im Juni 1990 auf Bitte von Nelson Mandela nach Südafrika zurück und lebte ab Dezember 1990 wieder in Johannesburg. Am 9. November trat sie in Italien auf. Kurz danach erlitt sie einen Herzinfarkt und verstarb am frühen Morgen des 10. November 2008 im Alter von 76 Jahren.


Miriam Makeba veröffentlichte 23 Studio- und fünf Livealben. Dazu kamen fast 20 Singles. Zu den 20 offiziellen kamen zweimal soviele inoffizielle Compilations und Wiederveröffentlichungspakete.


Im Rahmen der Serie "Original Album Classics" (RCA, Legacy und Sony, 2016) wurden fünf ihrer frühen Alben gemeinsam wiederveröffentlicht. Noch frühere Aufnahmen wurden unter dem Titel "1956 – 1962" (Reel To Reel, 2019) im Rahmen einer 4-CD-Box vereint.                 06/26

 

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