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Bunita Marcus

musicmakermark
vor 23 Minuten
3 Min. Lesezeit

Amerikanische Komponistin und Pianistin, geboren am 5. Mai 1952 in Madison, Wisconsin. Mit acht Jahren brachte sie sich selber das Klavierspiel bei, ab 10-jährig vertiefte sie sich in Musiktheorie und mit 13 begann sie zu komponieren und Bassklarinette zu spielen.


 

Dazu spielte sie in ihrer Heimatstadt in allerlei Bands und Orchestern. Mit 17 Jahren zog sie von zu Hause aus, um der elterlichen Gewalt zu entkommen. Sie studierte elektronische und instrumentale Musik an der University of Wisconsin, an der University of Buffalo und an The State University of New York.

 

Dort studierte sie unter anderem bei Morton Feldman. Die letzten sieben Jahre bis zu Feldmans Tod 1987 waren Bunita Marcus und der 26 Jahre ältere Komponist ein Paar. Sie komponierten Seite an Seite und tauschten Ideen aus.

 

Feldman widmete ihr mit "For Bunita Marcus" (1985) sein zweitletztes Solopiano-Stück Das über 70-minütige Werk wurde mehrfach für Schallplatten eingespielt.

 

Die Aufnahmen stammten von Hildegard Kleeb (hat ART, 1991), John Tilbury (LondonHall, 1993), Markus Hinterhäuser (Col Legno, 1995), Sabine Liebner (Oehms Classics, 2007), Stephane Ginsburgh (Sub Rosa, 2007), Steffen Schleiermacher (Dabringhaus und Grimm, 2009) und Louis Goldstein (Nuscope, 2010).

 

Mit "Lullaby"  (2002) widmete Marcus ihrerseits ein dreiminütiges Solopiano-Werk Feldman. Feldman gab bei Marcus auch Werke in Auftrag, so das Klaviersolostück "But To Fashion A Lullaby For You - In Memory of Morton Feldman" (1988) für die als Feldman-Interpretin bekannte Aki Takahashi.

 

Morton Feldman (1926-1987) erlebte die Fertigstellung und die Uraufführung durch die Komponistin 1988 nicht mehr. Takahasi spielte das 1998 revidierte Werk erstmals 2013 in Tokio. Feldman hatte Bunita Marcus den Auftrag zu zwei weiteren Werken gegeben.

 

Es waren dies "Sleeping Women" (1984) für Flöte, Violine und Piano sowie "Lecture For Jo Kondo" (1985) für Altflöte Violine, Piano, Perkussion und – als Option – Stimme. Ihre ersten richtigen Kompositionen waren 1974 entstanden. Es handelte sich um das dreiminütige Werk "Valentine" für Solostimme und "The Sky Is Falling" für Tonband.

 

Bis 1990 entstanden eine Reihe von weiteren elektronischen bzw. multimedialen Werken, meist solche für Tonband allein oder kombiniert mit Schauspielern, Filmen, Tanz und Poetry. Umfassender und wichtiger ist aber ihr Werkverzeichnis im Bereich der modernen klassischen Musik.

 

Sie schrieb an die 40 Werke, einige für Soloinstrumente, die meisten aber für zwei oder mehr Instrumentalisten. Orchesterwerke fehlen gänzlich. Sie schrieb auch Auftragswerke für die Feldman-Interpetion Aki Takahashi (p), Robert Dick (fl), Marie-Francis Uitti (cello), Eberhard Blum (fl) und Friedrich Hommel (vio).

 

Bunita Marcus' Werke sind nur auf einigen wenigen Schallplatten vertreten. Auf "Bang On A Can Live Vol.3" (CRI, 1995/New World, 2007) ist "Adam And Eve" (1987) für Flöte, Violine, Cello, Piano und zwei Perkussionsinstrumente zu hören. Die anderen auf dieser CD veröffentlichten Werke stammen von Nick Didkovsky, Mary Wright, Orlando Jacinto Garcia, Paul Reller und Linda Bouchard.

 

Ihr über 30-minütiges Werk  "Solo" (1982) für Flöte fand den Weg auf die CD "Positions" (Ambitus, 2003) der Multiinstrumentalistin Beatrix Wagner. Auf der von Marcus selber herausgebrachten und nur auf Bestellung erhältlichen CD "Burnt By Bunny" (labellos, 2007) wurden ausschliesslich Werke von Marcus veröffentlicht.

 

Bei den Aufnahmen der Ensemblekompositionen "Adam & Eve" (1987) und "Music for Japan" (1983) war die Komponistin auch als Dirigentin mit dabei. Bei "The Rugmaker (1986) handelte es sich um ein Auftragswerk des Kronos Quartet, welches das Werk für diese CD auch einspielte.

 

Das Solopianowerk "Julia" (1989) ist in einer Aufnahme von Aki Takahashi zu hören. Die selben Stücke wie auf der CD "Burnt By Bunny" wurden unter dem Titel "Favorite Works From The 1980's" (Bandcamp, 2011) als als DL angeboten.

 

In Eigenregie gab das isländische Ensemble Adaptar seine Version des 20-minütigen Marcus-Werkes "Music for Japan" (2010) für Flöte, Klarinette, Harfe, Piano und Perkussion heraus. Unter dem Titel "Sugar Cubes" (Testklang, 2012) erschien ein Set mit einer DVD und einer CD.

 

Die CD enthält die Werke "Sugar Cubes" (1996), "Sleeping Women" (1984), "Lecture For Jo Kondo" (1985), "Merry Christmas Mrs. Whiting" (1983) in einer Orchestrierung von Morton Feldman, und "But To Fashion A Lullaby For You (1988/revidiert 1998), alle gespielt vom bereits erwähnten Ensemble Adapter unter Manuel Nawri sowie von Marc Tritschler (p).

 

Die DVD enthält Interviews und Gespräche mit Fachleuten sowie eine Videoversion von "Sleeping Women". "Lecture For Jo Kondo" (99 Chants, 2020) war eine LP mit dem Titelstück und einem Remix von David August.

                                                                                    09/26

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