Eagles
- musicmakermark
- vor 2 Tagen
- 6 Min. Lesezeit
Amerikanische Rock-Formation, deren West Coast-orientierter Sound stark von Country und teilweise von mexikanischer Musik beeinflusst war. Gegründet wurde die Gruppe 1971 in Los Angeles, California, von Glenn Frey (g, key, vcl), Randy Meisner (e-b, g), Bernie Leadon (g, banjo, mand, vcl) und Don Henley (dm, vcl).

Die vier Musiker waren unabhängig voneinander zu Beginn der 1970er Jahre nach Los Angeles gezogen, um dort als Musiker zu arbeiten. Frey, damals ein Protegé von Bob Seger, hatte schon mit Ry Cooder und J. D. Souther gearbeitet, der später für die Eagles mehrere Songs schrieb.
Henley war davor Mitglied bei der texanischen Gruppe Shiloh gewesen, während Leadon Erfahrungen als Begleiter von Doug Dillard, Gene Clark und als Mitglied der Flying Burrito Brothers hatte. Meisner war kurzzeitig Mitglied von Poco und der Band von Ricky Nelson gewesen.
Ihre Wege kreuzten sich 1971 im Club "The Troubadour" in West Hollywood, der damals als der Szene-Mittelpunkt für Bands und Musiker galt. Dort wurde die Country-Sängerin Linda Ronstadt auf Glenn Frey aufmerksam und engagierte ihn als Gitarristen für ihre Touring-Band.
Frey holte Schlagzeuger Don Henley von Shiloh. Dazu bestand die Touring-Band noch aus Sneaky Pete Kleinow von den Flying Burrito Brothers und John Boylan (g). Diese Gruppe begleitete Ronstadt dann auch auf sechs der zehn Songs ihres dritten Album "Linda Ronstadt" (Capitol, 1972).
Drei der sechs Titel waren live im "The Troubadour" aufgenommen worden. Gitarrist Bernie Leadon und Bassist Randy Meisner waren als Sessionmusiker auch in den anderen vier Songs zu hören. Ronstadt wollte mit Frey und Henley eine Band gründen, doch sie lehnten ab und taten sich stattdessen mit Leadon und Meisner zusammen.
In dieser Quartettbesetzung entstanden - in London und nicht in den USA - die beiden ersten EaglesAlben. Die Debut-LP "Eagles" (Asylum, 1972) schlug gleich ein, verkaufte sich in den USA eine Million Mal und belegte Platz 22 der Billboard 200.
Auch die Singles daraus verkauften sich gut. "Witchy Woman" (#9) gelangte bei den Billboard Hot 100 in die Top 10, "Take It Easy" (#12) in die Top 15 und "Peaceful Easy Feeling" (#22) in die Top 25.
Etwas weniger stark verkaufte sich das zweite Album "Desperado" (Asylum, 1973), das im Verlaufe der Jahre zwar in den USA zwei Millionen Mal über den Ladentisch ging, aber in den Billboard 200 nur maximal Platz 41 erreichte. Auch die beiden Singles "Tequila Sunrise" (#64) und "Outlaw Man" (#59) konnten nicht an den Erfolg der früheren Auskoppelungen anknüpfen.
Für die Aufnahmen der dritten LP "On The Boarder" (Asylum, 1974) wurden Al Perkins (pedal steel g) und Don Felder (g) als Gäste engagiert. Felder wurde danach festes Mitglied der Band. Wiederum verkauft die Band davon in den USA zwei Millionen Stück, was Platz 17 bei den Billboard 200 einbrachte.
Von den drei Singles war "Best of My Love" die erfolgreichste. Es war die erste von fünf Nummer-1-Singles der Eagles in den Billboard Hot 100. Mit "One Of These Nights" (Asylum, 1975) hatte die Band dann auch ihr erstes Nummer-1-Album in den Billboard 200.
Allein in den USA wurden davon vier Millionen Stück verkauft. Auch der Titelsong stand bei den Billboard Hot 100 ganz zuoberst, "Lyin' Eyes", die zweite von drei Singleauskoppelungen, schaffte es auf Platz 2.
Danach erschien die erste Compilation "Their Greatest Hits (1971–1975)" (Asylum, 1976), die mit fast 30 Millionen verkauften Exemplaren allein in den USA alle bisherigen Verkäufe von Eagles-Schallplatten in den Hintergrund rückte. Dabei hatte die Band ihren Höhepunkt noch vor sich.
Diesen erreichte sie mit dem Album "Hotel California" (Asylum, 1976) und dem Titelstück als hocherfolgreiche Singleauskoppelung. Beide standen in den US- und in vielen anderen Charts weltweit ganz oben. Vom Album gingen 16 Millionen Stück über den Ladentisch.
Mit "New Kid in Town" enthielt das Album eine weitere Nummer-1-Single und auch "Life in the Fast Lane" (#11) erreichte die Top-15 der Billboard Hot 100. Für das Album gab es zudem 1977 einen Grammy.
Vor den Aufnahmen war Leadon durch Joe Walsh (g, vcl) von The James Gang ersetzt worden. Die Eagles veröffentlichten erst wieder drei Jahre danach eine LP. Sie hiess "The Long Run" (Asylum, 1979), entstand mit Timothy B. Schmit (e-b, vcl) anstelle von Meisner.
Sowohl Meisner, als auch Schmit hatten vorher bei Poco gespielt. Als Gästen wirkten David Sanborn (as), Bob Seeger (vcl) und Jimmy Buffett (vcl) mit. Das Album verkaufte 7 Millionen Mal, stand auf Platz 1 der Billboard 200.
Die LP enthielt mit "Heartache Tonight" einen Nummer-1-Hit in den Billboard Hot 100 sowie mit dem Titelstück und mit "I Can't Tell You Why" (beide #8) zwei Top-10-Hits. Dann löste sich die Band 1980 auf.
Als Trostpflaster schob ihre Schallplattenfirma "Eagles Live" (Asylum 1980) und "Greatest Hits, Volume Two" (Asylum, 1982) nach. Mit den Plätzen 6 bzw. 52 tauchten auch diese Alben in den Charts auf.
Die damals aktuellen Eagles-Mitglieder Glenn Frey, Don Felder, Don Henley, Timothy B. Schmit und Joe Walsh, als auch die früheren Musiker Bernie Leadon und Randy Meisner waren im Laufe der Jahre auch in anderen Bands aktiv oder gaben Aufnahmen unter eigenem Namen heraus.
Das Interesse an der Band wurde mit weiteren Compilations wie "The Best of Eagles" (Asylum, 1985), "The Legend of Eagles" (Asylum, 1988) und "The Very Best Of The Eagles (Asylum, 1994) wach gehalten. Letztere Compilation lancierte 1994 das Comeback der Band.
Diese legte mit "Hell Freezes Over" (Geffen, 1994) ein Album bzw. eine DVD vor. Das Ganze bestanden aus vier neuen Studiosongs und elf Songs, welche die Band in der "Long Run"-Besetzung Frey, Henley, Felder, Walsh und Schmit im April 1994 bei einem "MTV"-Special gespielt hatte.
Mit "Get Over It" und "Love Will Keep Us Alive" enthielt das Album zwei Top-40-Singles. Es handelte sich um zwei der vier neuen Songs. CD und DVD enthielten zudem eine akustische, 7:12-minütige Version von "Hotel California".
CD und Album verkauften sich erneut millionenfach, so dass das Album locker Platz 1 der Billboard 200 belegte. Trotz Solokarrieren der einzelnen Mitglieder gab die Gruppe am 31. Dezember 1999 in Los Angeles ein so genanntes "Millennium Concert".
Dabei entstand unter diesem Namen eine der vier CDs in des Boxsets "Selected Works 1972-1999" (Elektra, 2000). Die drei anderen CDs dieser Box trugen die Titel "The Early Years", "The Ballads" und "The Fast Lane".
Es folgten weitere Compilations wie die CD "The Very Best Of The Eagles (Warner, 2001) und die Doppel-CD "The Very Best Of/The Complete Greatest Hits" (Warner, 2003). Die sechs ersten der total sieben Studioalben sowie das erste Livealbum von 1980 wurden unter dem Titel zur 8-CD-Box "Eagles" (Warner, 2005) zusammengefasst.
Dazu gab's eine Bonus-CD-Single mit zwei nie auf Alben erschienen Songs. Bei Auftritten 2004 in Melbourne wurde die DVD "Farewell 1 Tour-Live from Melbourne" (Warner, 2005) mitgeschnitten.
Mit der Doppel-CD "Long Road Out Of Eden" (Eagles, 2007) meldete sich die Gruppe in der Besetzung Frey, Henley, Walsh und Schmit erstmals seit "The Long Run" von 1979 mit neuen Aufnahmen zurück.
Die Produktion dauerte fast sechs Jahre. Der Kern der Gruppe bestand aus Glenn Frey, Don Henley, Timothy B. Schmit und Joe Walsh. Felder war 2001 ausgestiegen. Das Album verkaufte sich erneut millionenfach und war das vierte Nummer-1-Studioalbum in den USA in Folge.
Die Doku-DVD "History Of The Eagles" Jigsway, 2013) beleutete die Bandgeschichte. Von den Eagles erschienen eine Reihe von weiteren DVD und Compilations. "The Studio Albums 1972–1979" (Warner/Rhino, 2014) war eine Box mit sechs der sieben Studiuoalben der Band. Frühe Liveaufnahmen der Band wurden unter dem Titel "Live In Houston, Tx 1976" (DOL, 2016) auf einer Doppel-LP zugänglich gemacht.
Glenn Frey starb am 18. Januar 2016 in NYC im Alter von 67 Jahren. Damit war Don Henley das einzige in der Band verbliebene Gründungsmitglied. 2016 gab die Band ihr defintives Ende bekannt. Dennoch begann die Band 2017 mit Glenn Freys Sohn Deacon und Don Henleys Sohn Will wieder aufzutreten.
Bei Auftritten im Herbst 2019 in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas, Nevada traten die Eagles in der Besetzung Don Henley, Joe Walsh, Timothy B. Schmit und Deacon Frey auf. Dazu kam als neues Mitglied seit 2017 der als Country-Singer/Songwriter und Musiker hocherfolgreiche Vince Gill.
Bei diesem Auftritte wurde das "Hotel California"-Album in seiner ganzen Länge oder ein "Greatest Hits-"-Set gespielt. Begleitet wurde die Band von einem 46-köpfigen Orchester und einem 22-köpfigen Chor.
Danach ging's ab dem 7. Februar 2020 auf die "Hotel California 2020 Tour", die allerdings wegen der Pandemie wieder abgebrochen werden musste. Als Trostpflaster erschien "Live from the Forum MMXVIII" (Rhino, 2020) mit Aufnahmen von 2018. Das Set umfasste eine Blu-ray, zwei CDs und/oder vier LPs.
Gründungsmitglied Randy Meisner starb am 26. Juli 2023, 77-jährig in Los Angeles, California. Die Eagles veröffentlichten sieben Studio- und drei offizielle Livealben. Dazu kamen 30 Singles und zehn offizielle Compilaltions. Mit ihren Schallplattenverkäufen sind die Eagles einer der erfolgreichsten Acts der Musikgeschichte. 03/26


