Soft Machine ab 1971
- musicmakermark
- 25. Sept.
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Aktualisiert: 26. Sept.
Aufnahmen vom 28. Februar 1971 des seit Dezember 1969 bestehenden Soft Machine-Lineups Elton Dean (as, saxello, e-p), Mike Ratledge (org, e-p), Hugh Hopper (e-b) und Robert Wyatt (dm, perc, vcl), mitgeschnitten bei zwei Sets in Oslo, kamen unter dem Titel "Live At Henie Onstad Art Centre, February 28 1971" (Reel Recordings, 2009) in Form einer Doppel-CD mit CD-ROM oder einer Doppel-LP heraus.

Die gesamten Aufnahmen, das heisst auch die beiden Sets vom 27. Februar, fanden sich im Rahmen des 4-CD-Sets "Høvikodden 1971" (Cuneiform, 2024). "Live At The Roundhouse 1971" (Gonzo Multimedia, 2012) enthielt den Konzertmitschnitt einer Gruppe, die als Daevid Allen & Gilli Smyth With The Soft Machine Family auftrat.
"Fourth" (Columbia, 1971) war das letzte offizielle Album mit Wyatt, der mehr Gesang in die Musik einbauen wollte, dabei aber von den übrigen Mitgliedern überstimmt wurde. Robert Wyatt gründete mit Matching Mole eine eigene Band und veröffentlichte danach Aufnahmen unter seinem Namen.
"Fourth" entstand in der Quartettbestzung Wyatt/Hopper/ Ratledge/Dean. Dazu kamen für einzelne Stücke mit Alan Skidmore (ts), Dobson, Charig, Evans und Hastings erneut mehrere Bläser sowie mit Roy Babbington (b) ein weiterer Bassist. Weitere Aufnahmen mit der erwähnten Quartett-Stammbesetzung von 1971 bei Radio Bremen wurden als "Virtually" (Cuneiform, 1998) veröffentlicht.
Anfang 1971 war das langjährige Quartett auch mit Lyn Dobson (reeds) als Quintett aufgetreten. Ein Dokument dieses Lineups ist die bei einem Konzert im holländischen Breda mitgeschnittene Doppel-CD "Breda Reactor" (Voiceprint, 2005), die später als "Breda Reactor: Live At Het Turfschip, Netherlands, January 31st 1970" (Lilith und Vinyl Lovers, 2012) auch in Form einer Doppel-LP erschien.
"Soft Machine And Heavy Friends - BBC In Concert 1971" (Hux, 2005) dokumentiert einen einen Auftritt vom 11. März 1971 in London. Es zeigt die vier Musiker sowie weitere Instrumentalisten aus dem Umfeld von Soft Machine in verschiedenen Gruppen. Dabei ist die Elton Dean Group mit Dean, Marc Charig, Neville Whitehead, Phil Howard und Mike Ratledge zu hören.
Dann spielen Dean, Ratledge, Howard, Hopper und Wyatt, gefolgt vom Soft Machine-Quartett, teils aufgestockt durch Roy Babbington, Marc Charig, Paul Nieman, Neville Whitehead und Ronnie Scott. Eine verkürzte Ausgabe der Aufnahmen kam auch auf einer CD bei "Windsong" heraus.
Für "5" (Columbia, 1972), der nächsten offiziellen Aufnahme, konnten Dean, Hopper und Ratledge noch nicht auf John Marshall als Nachfolger von Wyatt zurückgreifen, weil dieser noch mit Jack Bruce auf Tournee war. Eine Seite wurde mit Phil Howard bestritten, die andere mit Marshall.
Dazu kam auf Seite zwei auch noch Roy Babbington am akustischen Bass. Weitere Aufnahmen mit Howard als Drummer von einer Tournee 1971 durch Deutschland erschienen unter dem Titel "Drop" (Moonjune, 2009). John Marshall nahm nach einer rund fünfmonatigen Übergangsfrist offiziell den Platz von Robert Wyatt ein.
Das neue Quartett mit Marshall trat damals auch in Frankreich auf, wo die später veröffentlichte Doppel-CD "Live In Paris May 2nd 1972" (Cuneiform, 2004) mitgeschnitten wurde. Dann verliess auch Elton Dean (1945-2006) die Gruppe. Er wurde einer der wichtigsten Musiker der damals aufblühenden brtischen Free Jazz-Szene.
Ab 1978 leiteten Elton Dean und der Hugh Hopper zudem mehrere Hommage/Seitenprojekte wie Soft Head, Soft Heap, Software, Soft Works, PolySoft, The Soft Machine Legacy und Soft Mountain (siehe alle Soft Machine-Seitenprojekte).
Auf dem Soft Machine-Doppelalbum "Six" (Columiba, 1973) mit je einer Live- und einer Studio-LP bestand Soft Machine aus dem Elton Dean-Ersatz Karl Jenkins (oboe, bs, ss, e-p, p), Mike Ratledge (key), Hugh Hopper (e-b) und John Marshall (dm). Weitere Aufnahmen dieses Quartetts sind auf "Soft Stage: BBC In Concert 1972" (Hux, 2005) zu hören.
Danach stieg Hugh Hopper (1945-2009) aus, um mit Hilfe vieler ehemaliger oder aktueller Soft Machine-Musiker das Soloalbum "1984" (Columbia, 1973) und weitere Aufnahmen unter seinem Namen oder mit eigenen bzw. fremden Gruppen einzuspielen. Für Hopper stiess Roy Babbington (b, e-b) fest zur Band.
"Seven" (Columbia, 1973) wurde das dritte SM-Album in Folge, das im Quartett eingespielt wurde. Ebenfalls von diesem Lineup stammte der Livemitschnitt auf der Doppel-CD "The Dutch Lesson" (Cuneiform, 2023). Weitere BBC-Aufnahmen aus jener Zeit mit zum Teil vorher noch nie veröffentlichtem Material kamen als "BBC Radio 1971-1974" (Hux, 2003) als Doppel-CD auf den Markt.
Radio-Aufnahmen des Quartetts Ratledge, Jenkins, Babbington und Marshall, verstärkt durch Gary Boyle (g), Art Themen (sax) und Ex-Mitglied Hugh Hopper (e-b), wurden als "NDR Jazz Workshop Hamburg May 17th 1973" (Cuneiform, 2010) als CD/DVD veröffentlicht.
Ein Auftritt vom Juli 1974 am Montreux Jazz Festival kam unter dem Titel "Switzerland 1974" (Cuneiform, 2015) in Form eines CD/DVD-Paketes auf den Markt. Für "Bundles" (Harvest, 1975) wurde Soft Machine durch Allan Holdsworth (g) zum Quintett erweitert.
Er blieb rund ein Jahr und gab den Posten an John Etheridge ab. Allan Holdsworth (1946-2017) veröffentlichte später auch Aufnahmen unter seinem Namen oder als Mitglied anderer Gruppen. Aufnahmen des "Bundles"-Lineups für Radio Bremen von Ende Januar 1975 noch mit Holdsworth kamen als "Floating World Live: 1975" (Moonjune, 2006) auf den Markt.
Weitere Live-Aufnahmen vom Oktober 1975, mitgeschnitten in Nottingham, erschienen als "British Tour'75" (MLP, 2005). Ende 1975 verliess mit Mike Ratledge (1943-2025) das letzte Gründungsmitglied die Gruppe. Mit Alan Wakeman, dem Cousin von Yes-Keyboarder Rick Wakeman, spielte die Gruppe die LP "Softs" (Harvest, 1976) ein.
Wakeman verliess die Band nach einem halben Jahr und wurde durch Ric Sanders (vio) ersetzt. Babbington machte daraufhin Percy Jones (e-b) von Brand X Platz, der seinerseits durch Steve Cook von Gilgamesh und Mirage abgelöst wurde. Mit "Triple Echo" (Harvest, 1977) erschien mangels neuem Material eine Compilation mit Aufnahmen aus der "Harvest"-Zeit.
"Alive And Well, Recorded In Paris" (Harvest, 1978) dokumentierte die Auftritte der Gruppe im Juli 1977 in Paris in der Formation Marshall, Jenkins, Etheridge, Cook und Saunders. Später erschien unter dem Titel "Alive And Well: Recorded Live In Paris, July 7-9 1977" (Esoteric, 2011) eine ausgebaute Version in Form einer Doppel-CD.
Danach löste sich Soft Machine weitgehend auf. Auf dem vorerst letzten Studioalbum "Land Of Cockayne" (EMI, 1981) war von der letzten Formation nur noch John Marshall (dm) dabei. An seiner Seite spielte das frühere Soft Machine-Mitglied Allan Holdsworth (g) oder englische Rock- und Jazzmusiker wie Jack Bruce (e-b), Dick Morrissey (sax) oder John Taylor (key).
Genau 50 Jahre nach der Veröffentlichung des Debutalbums und 37 Jahre nach dem letzten Studioalbum "Land Of Cockayne" kam von Soft Machine mit "Hidden Details" (Moonjune, 2018) wieder einmal ein neues Album heraus. Am Werk waren John Etheridge (g), Theo Travis (ts, ss, fl, e-p), Roy Babbington (e-b) und John Marshall (dm).
Von Auftritten des selben Quartetts 2018 in New York City kam "Live At The Baked Potato" (Moonjune, 2020) heraus. Mit Frederick Thelonious Baker (e-b) an Stelle von Roy Babbington nahmen Travis, Etheridge und Marshall mit "Other Doors" (Dyad, 2023) ein weiteres Album mit neuem Material auf.
Von Soft Machine erschienen eine ganze Reihe von weiteren Alben mit früheren, noch nie veröffentlichten Aufnahmen. "Out-Bloody Rageous" (SAF, 2005) hiess ein 400-seitiges Buch über Soft Machine von Graham Bennett.
Neben den bereits erwähnten gaben auch andere ehemalige Soft Machine-Musiker Aufnahmen unter ihren Namen heraus oder spielten mit eingenen oder fremden Gruppen diverse Tonträger ein. Dies betrifft besonders John Etheridge, Karl Jenkins, Lyn Dobson, Mark Charig, Nick Evans und Ray Warleigh (1938-2015). 09/25
Siehe auch: Soft Machine 1966 bis 1970


